Die nächste Hitzewelle steht an. Hitzeempfindliche Arzneimittel können beim Versand leiden und schlimmstenfalls ihre Wirkung verlieren. Die Versandapotheke Medikamente per Klick reagiert auf hohe Temperaturen. Ende Juni und bei Temperaturen von weit über 30 Grad Celsius wurde deshalb der Versand ausgesetzt.
Nach einer Abkühlung wird es in Deutschland in den kommenden Tagen wieder wärmer. Bis Dienstag warnt der Deutsche Wetterdienst vor allem in der Südwesthälfte vor einer zunehmenden Hitzebelastung mit Temperaturen bis zu 37 Grad. Ob es wieder eine Hitzewelle wie im Juni geben wird, ist noch unklar. Medikamente per Klick behält die Lage im Blick.
Ende Juni entschied sich Inhaber Karlheinz Ilius wegen der hohen Temperaturen für eine Unterbrechung des Geschäfts. Der Versand sei „situationsbezogen und vorübergehend“ vor einem Wochenende während der außergewöhnlichen Hitzewelle ausgesetzt worden. „Ziel war es, zu vermeiden, dass Sendungen über das Wochenende in potenziell überhitzten Transportketten verbleiben“, sagt Marketingchef Boris Löwe.
Denn die Fahrzeuge von DHL und Hermes, die Arzneimittel für Medikamente per Klick ausliefern, sind nicht gekühlt. „Es handelte sich dabei ausdrücklich um eine Einzelfallentscheidung unter den damals konkreten, besonderen Rahmenbedingungen und begründet keine generelle Versandpause bei hohen Temperaturen“, sagt er. Im Regelfall werde wie gewohnt versendet.
Unsere Verantwortung endet dabei nicht mit dem Verlassen des Lagers.
Mit Blick auf den laufenden Sommer sagt er, besondere Lagen würden einzelfallbezogen im Lichte der Herstellerangaben und der Verantwortung der Apotheke im eigenen Einflussbereich bewertet. „Unsere Verantwortung endet dabei nicht mit dem Verlassen des Lagers“, betont er.
Medikamente per Klick sei „nicht nur Versandapotheke“. Mit zwei stationären Apotheken in Bayern, der Versorgung von Pflegeeinrichtungen und der Verblisterung werde „in Oberfranken täglich ein Beitrag zur verlässlichen, wohnortnahen Arzneimittelversorgung“ geleistet. „Unsere Teams beraten persönlich, begleiten Therapien und sind niedrigschwellige Ansprechpartner im Versorgungsalltag.“
Medikamente-per-Klick zählt neben Sanicare oder Aponeo zu den größeren deutschen Versandapotheken und wird von Ilius geführt. Der Inhaber gehört zu den Pionieren im deutschen Versandgeschäft. Seit 2004 und der Freigabe des Arzneimittelversands werden über die 1980 gegründete Luitpold Apotheke in Bad Steben Medikamente verschickt.
Zweimal zog der Betrieb um. 2012 wurde auf eine halbautomatische Bearbeitung umgestellt und Lager und Anlage wurden 2016 erneut erweitert. Aktuell verlassen laut Firmenangaben rund 27.000 Pakete das Lager. Unlängst wurde auch ein Apothekenterminal aufgestellt. „Unsere Ausrichtung ist seit jeher pharmazeutisch geprägt: Patientensicherheit und fachliche Verantwortung stehen im Mittelpunkt – ergänzend zu leistungsfähiger Logistik“, sagt Löwe.
Laut Sempora ist Medikamente-per-Klick mit einem Umsatz von 290 Millionen Euro die Nummer 3 hinter Shop Apotheke und DocMorris. Mit 15 Millionen Euro hat der Versender demnach ebenfalls ein Standbein im Rx-Bereich.
Das Vorgehen von Medikamente per Klick in einer Hitzewelle ist besonders. Andere Anbieter verschicken trotz hoher Temperaturen. Der Versand von Arzneimitteln im Sommer und bei heißen Temperaturen steht seit Jahren in der Kritik. Immer wieder weisen Inhaberinnen und Inhaber auf die ungleichen Bedingungen hin. Zuletzt zeigte eine Apothekerin mit einem Testkauf in einer großen Versandapotheke, dass wegen der ungekühlten Lieferung an eine Paketstation die Gummibärchen geschmolzen geliefert wurden. Shop Apotheke verschickte Zäpfchen eingewickelt in Thermofolie – was die bei über 40 Grad Außentemperatur half, ist schwer zu sagen.
Auch die Politik ist aufmerksam geworden, doch die geplanten Vorgaben zur Temperaturkontrolle durch DHL & Co. wurden durch Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) aus dem Entwurf zur Apothekenreform gestrichen. Im Bundesrat gibt es mehrere Anträge, etwa zur Streichung der Länderliste oder für eine Regelung auf EU-Ebene. Die Abda fürchtet, dass die Reform mit Regelungen zu Skonto und zur Verhandlungslösung dadurch verzögert werden könnte. Im Notifizierungsverfahren kann die EU-Kommission schlussendlich noch ihr Veto einlegen.