DNA-Diagnostik

Stada kontert Glaeske

, Uhr
Berlin -

Die Erfolgsaussichten einer Arzneimitteltherapie kann bei bestimmten Wirkstoffen mit einem Gentest untersucht werden. Stada vertreibt die Analysen seit knapp einen Jahr über Apotheken. Die Techniker Krankenkasse (TK) findet solche Methoden unter anderem wegen mangelnder Studien fragwürdig. Der Generikakonzern weist die Vorwürfe zurück.

Laut Stada werden die vier derzeit erhältlichen DNA-Tests (Clopidogrel, Statine, Tamoxifen, Antidepressiva) für diejenigen Gebiete angeboten, bei denen die Therapieaussichten nachgewiesen werden können. Die Plausibilität sei anhand von retrospektiven Studien erwiesen, sagt Stadapharm-Geschäftsführer Lothar Guske.

Die Tests erfüllten die Vorgabe des Gendiagnostik-Gesetzes. „Wir lassen die Patienten mit den Tests nicht allein“, so Guske. Ein Arzt berate die Betroffenen und nehme die Proben. Die Ergebnisse würden gemeinsam in der Praxis ausgewertet. Der Arzt habe außerdem immer die Möglichkeit, eine Alternativtherapie vorzuschlagen.

Die Laboranalyse übernimmt das hessische Biotech-Unternehmen Humatrix, mit dem der Generikakonzern eine Vertriebsvereinbarung geschlossen hat. Auch Humatrix-Chefin Dr. Anna Carina Eichhorn versteht die Kritik der Kasse nicht: Die pharmakogenetischen Zusammenhänge seien gezeigt worden. Prospektive Studien seien schwierig und schon aus ethischen Gründen nicht durchzuführen.

Humatrix bietet seit knapp einem Jahr über das Internetportal Stratipharm zudem einen umfassenden Gen-Check: Über die Apotheke können Kunden ihren genetischen Fingerabdruck bei der Firma hinterlegen lassen. Sobald ein neues Arzneimittel verordnet wird, können die zu erwartende Wirksamkeit sowie mögliche Risiken analysiert werden.

Auch das Frankfurter Zentrum für Humangenetik bio.logis ist seit 2012 in Apotheken mit DNA-Tests vertreten. Stada bietet in Apotheken außerdem fünf Antikörpertests (Gluten, Eisen, FOB, Menopause, H-pylori) an, die der Patient selbst einsetzt und bei Bedarf in der Praxis nachprüfen lässt.

Laut TK drängen vermehrt pharmakogenetische Tests in den Markt: Allein 2013 seien fünf Produkte eingeführt worden. Die Analysen sind laut dem aktuellen Innovationsreport, der von Professor Dr. Gerd Glaeske mitverfasst wurde, nicht für den Routineeinsatz geeignet.

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