Wegen gefälschter Medikamententests

Fresenius muss Akorn nicht übernehmen dpa, 01.10.2018 16:53 Uhr

Bad Homburg - Im Tauziehen um die Übernahme des US-Arzneiherstellers Akorn kann der Gesundheitskonzern Fresenius aufatmen. Das zuständige Gericht in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware hat entschieden, dass der Bad Homburger Dax-Konzern Akorn nicht kaufen muss. Das Gericht sah ausreichend Gründe für Fresenius, sich von dem Geschäft zurückzuziehen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Akorn will nun in Berufung gehen, wie der Produzent von Cremes und Salben ankündigte. „Wir sind enttäuscht von dem Urteil“, teilten die Amerikaner mit. Fresenius-Aktien schnellten nach der Nachricht dennoch um 9 Prozent in die Höhe, während Akorn an den US-Börsen um gut 56 Prozent einbrachen. Nach dem offiziellen Handelsbeginn an der Wall Street blieb die Aktie zunächst vom Handel ausgesetzt.

Fresenius hatte im April überraschend angekündigt, vom Akorn-Kauf für mehr als 4 Milliarden Dollar zurücktreten zu wollen und schwere Vorwürfe gegen wegen angeblich fehlerhafter Medikamententests erhoben. Der US-Konzern bestritt diese und pochte auf die Übernahme – danach sahen sich beide Unternehmen vor Gericht.

Richter Travis Laster folgte nun der Argumentation des Dax-Konzerns, wonach Akorn zahlreiche Fehler vertuscht hat. Fresenius hatte vier Akorn-Managern, darunter dem früheren Chef der Qualitätskontrolle, vorgeworfen, Daten von Medikamententests geschönt und diese für Neuzulassungsanträge bei der US-Medikamentenaufsicht FDA verwendet zu haben. Auch hatte Fresenius Sicherheitslücken im bei Akorn bemängelt, wodurch manipulierte Tests prinzipiell jedem möglich gewesen seien.

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