Dr. Kade: Start-up mit 134 Jahren

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Berlin - Dr. Kade gehört zu den Überraschungskandidaten im OTC-Bereich. Noch vor wenigen Jahren vor allem als Nischenanbieter in den Bereichen Gynäkologie und Proktologie bekannt, ist der Berliner Hersteller nach mehreren Zukäufen heute breit aufgestellt. Das Team um CEO Felix König versteht es, selbst eingestaubten Marken zu neuem Glanz zu verhelfen.

Dr. Kade Pharmazeutische Fabrik – die offizielle Firmenbezeichnung klingt so antiquiert, dass sie schon wieder einen gewissen „Retro-Chic“ hat. Hinter den Kulissen hat das mehr als 130 Jahre alte Unternehmen allerdings eine regelrechte Verjüngungskur hingelegt: Nicht nur wurden moderne Büroräume im traditionsreichen Ullsteinhaus in Tempelhof bezogen.

Vollkommen überraschend erhielt Dr. Kade 2013 den Zuschlag für neun Produkte von Takeda/Nycomed, darunter Riopan, Faktu, Sanostol, Buer Lecithin und Buer Vitamaxx. Möglicherweise hatten der Standort in Konstanz andere Interessenten abgeschreckt. Gerade erst hat Kade dieses Kapitel abgeschlossen – den ebenfalls übernommenen, heute 30-köpfigen Außendienst dagegen mit der Auflösung von Avenda und Integration bei Dr. Kade gestärkt.

2017 kaufte Kade einige kleinere Marken von Hexal: Femikliman, Silicur, Prostaforton, Luvased und Vitaferro. Von nun an ging es Schlag auf Schlag: Anfang 2019 wurde der Kosmetikhersteller Sirius (Siriderma) übernommen, wenige später sicherte sich das Unternehmen die Vertriebsrechte für die Entgiftungsprodukte der österreichischen Marke Panaceo. Zuletzt stieg Dr. Kade beim Start-up Daizu ein, das gerade die Apotheken als relevanten Vertriebskanal für seinen Schlafdrink Sleep Ink entdeckt hatte.

Auch im Marketing weht daher bei Dr. Kade ein frischer Wind. Für das Intimpflegeprodukt Posterisan hat sich das Team um Ute Wynands die virale Kampagne „Pojucken“ ausgedacht, eine weitere für die Intimpflegeserie rund um Kadefungin („Holy Schritt“). Bei Buer Lecithin wird bewusst mit Retromotiven gespielt, bei Sanostol wird der Familienalltag mit all seinen Facetten augenzwinkernd aufgegriffen, um nur einige Beispiele zu nennen.

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