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DocMorris strebt zur Plattform-Ökonomie à la Amazon APOTHEKE ADHOC, 22.11.2017 08:07 Uhr

Berlin - Normalerweise wirbt DocMorris mit Boni und Sonderangeboten um seine Kunden. Jetzt hat die niederländische Versandapotheke eine Imagekampagne der besonderen Art angestoßen. Mit einer Bloggerin, Plakaten und einem neuen Facebookauftritt versucht sich DocMorris mit dem Slogan „Und wie geht‘s uns morgen?“ als Innovationsmotor zu positionieren. Ziel ist die Etablierung der Plattform-Ökonomie nach dem Vorbild von Amazon im Gesundheitsmarkt.

Seit 6. November läuft die Kampagne für drei Wochen. Nach Angaben eines DocMorris-Sprechers soll sie „gesellschaftliche und politische Denkanstöße“ geben. Zielgruppe sind nicht die Kunden, sondern „Gesellschaft und Politik“. Es geht um Digitalisierung, Selbstbestimmung und Individualität. Als Beispiele dienen die DocMorris-App fürs Medikationsmanagement, der Live-Video-Chat zwischen Kunden und DocMorris-Personal zur Arzneimittelberatung, und auch der inzwischen stillgelegte Arzneimittelautomat spielt eine Rolle. Jeder solle selbst entscheiden, „was ihm gut tut“. Ob er seine Medikamente in der Apotheker hole oder im Versand bestelle.

DocMorris will laut Imagekampagne den „Fortschritt umarmen“, „Gesundheit digital denken“ oder „alles immer wieder infrage stellen, um es besser zu machen“. Ausgearbeitet hat die Kampagne die Agentur „heimat“. Bis zum ihrem Ende will DocMorris nicht nur Fragen stellen, sondern auch Antworten liefern. Über die Kosten der Kampagne will DocMorris nicht sprechen.

Hinter den schönen Worten steckt knallharte Unternehmenspolitik: Was sich DocMorris wirklich von der Aktion verspricht, verriet kürzlich DocMorris-Chef Olaf Heinrich in einem Statement fürs Handelsblatt: Die sogenannte Plattform-Ökonomie nach dem Vorbild des Konzernriesen Amazon will DocMorris in den Gesundheitsmarkt kopier

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