Generikakonzerne

Wegen Apothekern: Platzt die Stada-Übernahme? dpa/APOTHEKE ADHOC, 01.06.2017 14:54 Uhr

Berlin - Die Übernahme von Stada durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven gestaltet sich nach Informationen aus Finanzkreisen äußerst zäh. Inzwischen fürchteten die Investoren, dass der geplante Kauf am Ende noch platzen könnte, erfuhr die Finanznachrichtenagentur dpa-AFX aus mit der Transaktion vertrauten Kreisen. „Es wird knapp“, hieß es dort.

Gemäß den letzten Angaben der Erwerbsgesellschaft der Investoren, Nidda Healthcare Holding, wurden bis heute, 1. Juni, knapp 9,6 Prozent der Stada-Stimmrechtsanteile angedient. Eine erste Frist läuft am 8. Juni um Mitternacht aus; sie kann in der Regel aber noch um weitere zwei Wochen verlängert werden. Die Finanzinvestoren haben als Ziel für eine erfolgreiche Übernahme ausgegeben, dass 75 Prozent der Anteile angedient werden müssen. Die Aktionäre sollen 66 Euro je Papier erhalten. „Stand heute ist keineswegs sicher, dass die 75 Prozent erreicht werden“, hieß es in den Kreisen.

Grundsätzlich ist es zwar bei Übernahmeprozessen nicht unüblich, dass Anleger ihre Anteile erst sehr spät dem interessierten Käufer andienen – doch im Falle Stada erweist sich laut den Informationen der hohe Anteil an Privatinvestoren als Problem. Diese halten früheren Angaben zufolge rund 27 Prozent an Stada, davon soll ein großer Teil an traditionsbewusste Apotheker und Ärzte entfallen. Die restlichen 73 Prozent sind institutionelle Anleger.

Eine zusätzliche Hürde stellen den Informationen zufolge aber auch Indexfonds dar, die rund 10 Prozent der Stada-Anteile auf sich vereinigen sollen und wegen der Zugehörigkeit des Unternehmens zum M-Dax zunächst weiter an diesen festhalten würden. „Bei den Indexfonds gibt es technische Hürden für die Annahme eines Übernahmeangebots, die nicht einfach auszuräumen sind“, hieß es in den Kreisen. Dies könnte sich möglicherweise ändern, sollten mit Ablauf der ersten Übernahmefrist doch noch 75 Prozent erreicht werden. Die Investoren hoffen dann auf eine schnelle Entscheidung der Deutschen Börse über den M-Dax-Rauswurf für Stada.

APOTHEKE ADHOC Debatte