Berlin -

Export, Lieferengpässe, Produktionsprobleme: Die Gründe für eingeschränkte Arzneimittellieferungen sind vielfältig. Für Apotheken gehört der Umgang mit kontingentierten Artikeln und der Ärger über das Bestellportal Pharma Mall zum Alltag. Die Großhändler versuchen in Abstimmung mit den Herstellern, bedarfsgereicht zu verteilen. AEP will Kunden mit einem neuen Programm verlässlicher kontingentierte Arzneimittel anbieten. Neun Hersteller sind mit im Boot.

Der Großhandel versucht bereits länger über verschiedene Wege, Apotheken zuverlässig mit kontingentierten Arzneimitteln zu versorgen. Angeboten wurden Depotlösungen, bei denen Apotheken eine unterschriebene Erklärung an den Lieferanten faxen mussten, um das Präparat zu erhalten. Andere Großhändler ließen sich die Rezepte schicken, um zu gewährleisten, dass die Packungen nicht in den Export gehen. Die Noweda hatte den ersten Sondertopf für ihre Mitglieder ins Leben gerufen, andere Großhändler folgten.

AEP-Kunden können sich seit etwa fünf Monaten für „AEP Secure supply“ (ASS) entscheiden. Sie müssen dafür über ihr Softwarehaus einmalig die Abverkaufsdaten der vergangenen zwölf Monate übermitteln. Anhand der Auswertung fragt der Großhändler die zusätzlich benötigten Kontingentartikel von den Herstellern an und nimmt sie an Lager. Die Apotheken können die Produkte ab dem Folgemonat bestellen. Sie verpflichten sich zudem, die kontingentierten Artikel nur über AEP zu bestellen. Die Hersteller behalten sich vor, entsprechende Mengen bei anderen Großhändlern zu kürzen oder die Apotheke gegebenenfalls von der Direktbelieferung auszuschließen.

Aktuell beteiligen sich neun Hersteller mit knapp 100 Produkten, darunter Klassiker wie die Antidiabetika Janumet (Metformin/Sitagliptin) und Januvia (Sitagliptin) von MSD Sharp & Dohme sowie Xelevia (Sitagliptin) von Berlin-Chemie, Augentropfen von Allergan, die Turbohaler Symbicort (Budesonid/Formoterol) und Pulmicort (Budesonid) von AstraZeneca und Torasemid der Teva-Töchter Ratiopharm und AbZ. „Wir sorgen gemeinsam mit den Herstellern dafür, dass die Lieferfähigkeit gewährleistet ist“, sagt AEP-Geschäftsführer Jens Graefe. Die Apotheken verpflichten sich, die Produkte nicht an Exporteure oder Zwischenhändler abzugeben.

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