Januvia/Janumet: Pharma Mall explodiert

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Berlin -

MSD Sharp & Dohme hat den Direktvertrieb für die Antidiabetika Janumet (Metformin/Sitagliptin) und Januvia (Sitagliptin) wieder aufgenommen. Der Webshop ist seit gestern wieder geöffnet. In nur wenigen Stunden sind Bestellungen im vierstelligen Bereich eingegangen.

Seit August war der Webshop dicht. MSD hatte Janumet und Januvia mit Einstellung des Direktverkaufs entsprechend des errechneten Bedarfs an den pharmazeutischen Großhandel geliefert. Der Patientenbedarf wurde anhand der Verordnungen – sowohl zu Lasten der Kassen als auch privaten Krankenversicherungen – errechnet. Zusätzlich werde ein Puffer für einen möglichen Mehrbedarf produziert. Aus diesem Puffer kann in Notfällen Ware generiert werden, wenn der Großhandel nichts mehr liefern kann. Derartige Notfälle gab es einige und so liefen bei MSD zahlreiche Anrufe und Bestellungen von Apotheken auf.

Damit ist jetzt Schluss, denn seit gestern können Apotheker in Notfällen wieder Ware über den Webshop ordern. Im Laufe des Tages ist die Zahl der Bestellungen geradezu explodiert. Es sei davon auszugehen, dass es in den nächsten Tagen noch mehr Bestellungen sein würden, heißt es in Haar. Noch könnten alle Eingänge zeitnah bearbeitet werden, sodass die Ware binnen ein bis zwei Tagen die Apotheke erreicht. Nehmen die Bestellungen weiter zu, kann der Zeitrahmen voraussichtlich nicht gehalten werden und Verzögerungen von ein oder zwei Tagen sind absehbar. In Haar hat man jedoch vorgesorgt und für einen reibungslosen Ablauf zusätzlich Personal eingestellt.

„Wir sehen den Webshop nur als Ergänzung zum Großhandel“, betont ein Sprecher. „Wir wollen nicht pari pari mit dem Großhandel liefern. Das ist gar nicht unsere Expertise.“ Die Zahl der Packungen ist bei Pharma Mall zum Teil begrenzt. So können von Janumet zu 196 Stück und Januvia zu 98 Stück nur je drei Packungen pro Apotheke geordert werden. Der Webshop soll für eine stabile Situation am Markt sorgen und allen Patienten Zugang zum benötigten Arzneimittel ermöglichen. Wer Ware für die Patienten braucht, soll sie auch bekommen. Die Schließung des Webshops habe jedoch gezeigt, dass weniger Patienten versorgt worden seien, obwohl der entsprechende Bedarf an die Großhändler geliefert wurde. Dies sei ein Grund, warum der Webshop wieder geöffnet werde. Der Großhandel werde normal weiterbeliefert.

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