Finnland

Preiswettbewerb unerwünscht Patrick Hollstein, 12.07.2007 12:47 Uhr

Berlin -

Die finnischen Verbraucher halten einen Preiswettbewerb im Arzneimittelbereich für kontraproduktiv. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage, die das Unternehmen Taloustutkimus im Auftrag des finnischen Apothekerverbandes unter 1000 Personen durchführte. 91 Prozent der Befragten bezeichneten es als wichtig, dass rezeptpflichtige Arzneimittel in allen Apotheken gleich kosten. Im OTC-Bereich lag der Anteil bei drei Viertel.

Die Bedeutung der finnischen Apotheken bei der Arzneimittelversorgung steigt offensichtlich weiter an: 87 Prozent der Befragten gaben an, sich in der Apotheke zu Arzneimittelthemen beraten zu lassen; 81 Prozent beziehen ihre Informationen vom Arzt, drei Viertel lesen die Packungsbeilage. Zum ersten Mal spielten die Apotheken damit eine größere Rolle bei der Aufklärung über Wirkung und Anwendung von Medikamenten als die Ärzte. Noch vor dem Internet folgt als Informationsquelle in Arzneimittelfragen übrigens Terveydeksi!, das Kundenmagazin der Apotheken.

Trotz der geringen Siedlungsdichte in einigen Teilen Finnlands sind 92 Prozent der Verbraucher offenbar der Meinung, dass es genügend Apotheken gibt. Zwei Drittel der Befragten sprachen sich allerdings dafür aus, dass der Staat die Verteilung auch in Zukunft durch Niederlassungsbestimmungen kontrollieren sollte.

Auch OTC-Arzneimittel werden von mehr als der Hälfte vorwiegend in Apotheken gekauft. Die Bedeutung von OTC-Outlets in Supermärkten und anderen Geschäften fiel von 39 auf 36 Prozent. Demgegenüber können offensichtlich vor allem Apotheken in Einkaufszentren punkten: Fast die Hälfte der Befragten sieht solche Standorte als Eins-A-Lagen. Tatsächlich ist heute jede sechste finnische Apotheke in einem Kaufhaus oder Center angesiedelt.

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