Österreich

OTC-Medikamente: dm nimmt dritten Anlauf Tobias Lau, 17.01.2018 12:00 Uhr

Berlin - Die österreichischen Apotheker stemmen sich derzeit gegen eine Liberalisierung. Denn die Drogeriekette dm versucht mittlerweile im dritten Anlauf, OTC-Medikamente in ihre Filialen zu bringen.

Die Drogeriemarktkette versucht seit Längerem, die gesetzlichen Bestimmungen zu kippen, die in Österreich einen „Apothekenvorbehalt“ für rezeptfreie Arzneimittel festschreiben. Nicht weniger als Arzneimittelgesetz (AMG), Apothekengesetz (ApG) und Apothekenbetriebsordnung sowie verschiedene andere Vorschriften will dm außer Kraft setzen lassen. Der Prüfantrag sei sei jedoch nicht präzise genug formuliert, bemängelten die Richter und wiesen ihn zurück. Doch nun kündigte dm einen dritten Anlauf innerhalb der nächsten drei bis vier Monate an.

Die Apotheker laufen dagegen naturgemäß Sturm. Nur sie könnten die gesetzlich vorgeschriebene Beratung und damit die notwendige Sicherheit gewährleisten. Außerdem sei die Debatte um das Vorhaben viel zu sehr auf die wirtschaftlichen Folgen einer Liberalisierung konzentriert. Dabei seien die durchaus gering, kritisiert Jürgen Rehak, Präsident des österreichischen Apothekerverbandes.

20 bis 30 Prozent günstiger als die Apotheken könnten die Drogerien die OTC-Präparate abgeben, behauptet dm. Dem widerspricht Thomas Czypionka. Der Gesundheitsökonom hat für das Wiener Institut für Höhere Studien (IHS) ein Gutachten zu den möglichen Folgen einer Liberalisierung geschrieben, in dem auch die Erfahrungen anderer Länder evaluiert wurden. So hatten Dänemark, Norwegen, Schweden und die Niederlande die OTC-Märkte in den letzten Jahren dereguliert. Günstiger sei dadurch kaum etwas geword

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