Opioid-Epidemie

Facebook: KI gegen illegale Apotheken APOTHEKE ADHOC, 13.04.2018 22:16 Uhr

Berlin - Facebook-Chef Mark Zuckerberg musste sich bei seiner zweitägigen Vernehmung vor dem Kongress und Senat nicht nur bei Themen wie Datensicherheit, Hate Speech und Wahlkampfmanipulation rechtfertigen, sondern wurde auch zu der Rolle des sozialen Netzwerkes im Rahmen der Opioid-Krise befragt. Ein Kongressabgeordneter konfrontierte ihn mit illegalen Apotheken bei Facebook. Zuckerberg verwies auf bereits angewandte Maßnahmen, wollte aber offensichtlich nicht zu viel versprechen.

„Sollte Facebook illegalen Online-Apotheken ermöglichen, Medikamente wie Oxycodon, Percocet oder Vicodin ohne Rezept zu verkaufen?“ Damit steigt der republikanische Kongressabgeordnete David McKinley in seinen vierminütigen Frageturnus ein. „Natürlich nicht, das ist gegen unsere Firmenpolitik“, erwidert der augenscheinlich leicht verunsicherte Zuckerberg. „Es gibt 35.000 Online-Apotheken und die FDA glaubt, dass 96 Prozent von ihnen illegal arbeiten“, legt der Politiker nach. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte sich dabei auf Zahlen des Verbands Alliance for Safe Online Pharmacies (ASOP) bezogen. „Wie Sie hier auf diesen Fotos sehen können, sind auf Ihrer Seite nach wie vor Opioide ohne Rezept erhältlich – entgegen dem, was sie vor einer Minute gesagt haben.“

McKinley beruft sich dabei auf FDA-Direktor Scott Gottlieb. Der hatte Facebook und anderen Online-Plattformen vergangene Woche vorgeworfen, nichts gegen den illegalen Medikamentenhandel auf ihren Seiten zu unternehmen. „Ihre Plattform wird weiterhin dazu genutzt, das Gesetz zu umgehen und Leuten zu ermöglichen, ohne Verschreibung Medikamente zu kaufen, die in hohem Maße abhängig machen“, so der Republikaner.

Die USA werden in den letzten Jahren von der größten Suchtkrise ihrer Geschichte heimgesucht: Der weit verbreitete Missbrauch von Opioid-haltigen Schmerzmitteln wie Oxycontin hat Millionen Amerikaner in die Abhängigkeit getrieben. Zehntausende sterben daran jedes Jahr oder wechseln zu günstigeren, aber noch gefährlicheren Drogen wie Heroin – und sterben dann daran. Das hat dem National Institute on Drug Abuse zufolge allein 2017 über 50.000 Amerikanern das Leben gekostet. Großen Pharmaunternehmen wie Purdue und Ärzten wie Apothekern wird dabei in der Öffentlichkeit eine wesentliche Mitschuld vorgeworfen.

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