Versandapotheke: Krebsmittel ohne Wirkstoff

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Gefälschtes Avastin aus dem Nahen Osten: Die Online-Apotheke Canadadrug.com darf nicht mehr in die USA versenden.

Berlin - Die Versandapotheke CanadaDrugs.com muss nach einem Vergleich 34 Millionen US-Dollar zahlen und den Versand von Medikamenten in die USA einstellen. Grund ist ein Skandal um gefälschte Arzneimittel: Unter anderem hatte CanadaDrugs Krebsmedikamente ohne Wirkstoff ausgeliefert.

Das US-Justizministerium wirft der Versandapotheke den Import und Verkauf gefälschter Medikamente vor. Der Fall wurde durch eine Untersuchung der Arzneimittelbehörde FDA bekannt: Sie fand bei mehreren Patienten Einheiten des Krebsmedikaments Avastin (Bevacizumab), die keinerlei Wirkstoff enthielten. Alle waren über CanadaDrugs bezogen worden.

Die Betreiber von CanadaDrugs beteuern, dass der Betrug nicht ihrer Versandapotheke anzulasten sei, sondern mehreren mit ihr verbundenen Großhändlern. Die Betreiber des Bestellportals hatten dementsprechend aber offensichtlich die Herkunft der Medikamente, die sie verkauften, nicht ausreichend geprüft. Auf der Internetseite wird versichert, dass alle Präparate aus FDA-zertifizierten Herstellungsbetrieben im Ausland importiert würden, was offensichtlich nicht gewährleistet war.

Die gefälschten Avastin-Präparate seien beispielsweise laut Verpackung aus Großbritannien importiert worden, das war jedoch nur ihre letzte Station: „Davor gab es noch drei andere, darunter die Türkei und sehr wahrscheinlich Syrien“, so Shabbir Imber Safdar, Präsident des Patientenschutzverbandes Partnership for Safe Medicines. Dem Verband zufolge wurden allein im US-Bundesstaat Florida 65 verschiedene Arzneimittel gefunden, die CanadaDrugs ausgeliefert hatte und die gefälscht waren. Darunter seien unter anderem Medikamente gegen Asthma und Arthritis gewesen.

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