Versandapotheke zahlt Millionen-Strafe

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Berlin -

Die größte kanadische Versandapotheke Canada Drugs muss 34 Millionen US-Dollar Strafe zahlen. Zwei Tochterfirmen hatten 2011 zwei gefälschte, wirkstofffreie Chargen des Krebsmittels Avastin (Bevacizumab) an US-Ärzte verkauft. Insgesamt sollen die Unternehmen nicht zugelassene und falsch etikettierte Medikamente im Wert von 78 Millionen Dollar verkauft haben.

Neben der Geldstrafe muss Canada Drugs alle seine Domains an die US-Regierung übergeben. Auf der Homepage der Versandapotheke erfährt man derzeit, dass die Seite am 13. Juli eingestellt wird. Firmengründer Kris Thorkelson wurde zu einer Strafe von 250.000 Dollar, sechs Monaten Hausarrest und fünf Jahren auf Bewährung verurteilt. Seine kanadische Approbation darf Thorkelson behalten.

Im Zuge des Urteils wurden in den USA Stimmen laut, die eine stärkere Reglementierung des internationalen Versandhandels fordern. Der Verein „Partnership for safe medicines“, in dem Apotheker, Gesundheitsdienstleister und die Pharmaindustrie organisiert sind, zeigt sich verärgert über das milde Urteil. „Das Urteil ist ein Klaps auf die Hand und eine Beleidigung für die Opfer von Canada Drugs“, so Geschäftsführer Shabbir Safdar. „Illegaler Import durch Kanada ist nicht sicher und kann tödlich sein.“

Thorkelson ist als pharmazeutischer Manager von zwei Apotheken in der Provinz Manitoba gelistet: CanadaDrugs.com und PrairieRx. Die Gruppe befürchtet, nach dem Ende von Canada Drugs könne er die Lizenz und das Vermögen des Unternehmens auf eine neue Firma übertragen und „weiterhin Schwarzmarkt-Medikamente nach Amerika schicken“.

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