DocMorris auf dem falschen Fuß erwischt

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Berlin -

Die Verzögerungen beim E-Rezept bringen nicht nur die Apotheken in die Bredouille, sondern auch die Versender. Pünktlich zum geplanten bundesweiten Roll-out der Pilotphase hat DocMorris eine neue Kampagne gestartet. Der geplatzte Termin lässt die Kernaussagen in ganz neuem Licht dastehen.

„Warum bin ich heute digitaler als mein Rezept?“, so die Frage auf den großformatigen Postern, die seit gestern an verschiedenen Flächen des Vermarkters Ströer hängen. Fast könnte man meinen, DocMorris hätte die neuerliche Verschiebung aufs Korn genommen und die Frage an Gematik-Chef Dr. Markus Leyck Dieken gerichtet. Doch natürlich sollte es eine Aufforderung an die Verbraucher:innen sein, ihre Rezepte nach Heerlen zu schicken: „Jetzt DocMorris App downloaden und mit dem E-Rezept online Medikamente bestellen“, heißt es auf den Plakaten weiter.

So muss sich die aktuelle Kampagne wohl erneut darauf beschränken, bei Verbraucher:innen ein Bewusstsein für das E-Rezept aufzubauen – so wie DocMorris dies seit 2018 mit hohem Aufwand mehr oder weniger erfolgreich versucht. So hieß es etwa schon vor einem Jahr: „E-Mail. E-Banking. E-Mobilität. Ganz einfach normal. Das E-Rezept kommt.“ Vielleicht ist die Kampagne diesmal aber sogar kontraproduktiv: Wer die App herunterlädt, ohne sie nutzen zu können, wird sie vielleicht schon wieder deinstalliert haben, wenn das E-Rezept tatsächlich kommt.

Nur zwei Unternehmen dürften sich freuen: Auf den Plakaten sind Voltaren und Grippostad abgebildet. Man steuere solche Kampagnen nicht, versichert ein Stada-Sprecher – freue sich aber über die unverhoffte Präsenz, die die Aufmerksamkeit für das Produkt steigere und sich hoffentlich auch positiv auf den Verkauf in den Apotheken auswirke.

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