CDU wirbt schon wieder für DocMorris

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Berlin -

DocMorris bleibt ein treuer Anzeigenkunde der CDU. Die Christdemokraten werben in ihrem Mitgliedermagazin erneut für den Hollandversender, diesmal mit einer ganzseitigen Anzeige zum E-Rezept. Eine Apothekerin aus Hessen hat deshalb bei ihren Parteikollegen protestiert – eine Antwort hat sie bisher nicht erhalten.

Das Motiv ist aus dem Straßenbild vieler Großstädte bekannt: „Warum ist mein Rezept noch auf Papier, wenn ich schon so viel auf dem Zettel habe?“, steht da über dem Gesicht eines mittelalten Herren mit Brille. „Das E-Rezept kommt. Jetzt downloaden.“ Nicht nur auf Plakaten an öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen, sondern auch auf Seite 11 der aktuellen Ausgabe des CDU-Mitgliedermagazins wirbt DocMorris damit für sich.

„Ich habe das Gefühl, das kommt einmal im Jahr vor“, sagt Heike Lengsfeld, die als Approbierte in der Adler-Apotheke im hessischen Oestrich-Winkel, gut 20 Minuten von Wiesbaden entfernt, arbeitet. Erst vor zwei Monaten ist sie der CDU beigetreten, „weil wir hier eine sehr gute und ehrliche Ortsmannschaft haben“, wie sie sagt. „Da bin ich natürlich schon ein bisschen irritiert zu sehen, dass eine Partei, die vorgibt, den Mittelstand zu stärken, dann für solche großen Versandkonzerne wirbt.“

Sie habe sich deshalb an ihre Partei gewandt, konkret an die Redaktion des Magazins, die Frauenunion „und alle Granden der CDU hier in der Region“. Ob sie sich bewusst sind, dass sie mit diesem Anzeigenkunden zum Tod von fast 19.000 Apotheken beitragen, habe sie wissen wollen. Es handele sich bei DocMorris in Wirklichkeit um eine Schweizer Firma, die hier keine Steuern zahle und immer wieder deutsche Gesetze breche. Antworten habe sie bisher keine erhalten. „Niemand hat darauf reagiert“, klagt sie.

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