Zwei Fläschchen Impfstoff: Ausnahmesituation für Apotheken

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Berlin - Mit der Verteilung der Corona-Impfstoffe ab kommenden Dienstag steigt der Organisationsaufwand in den Apotheken. Für Betriebe in Bayern wird es zum Start noch komplizierter. Denn der Freistaat fährt zunächst einen Sonderweg: Bevor es mit der regulären und bundeseinheitlichen Belieferung losgeht, sollen die Apotheken AstraZeneca-Impfstoff verteilen, der ihnen ungefragt geliefert wird.

Bayern schlägt einen Sonderweg beim Start der Corona-Schutzimpfungen über die Hausärzte ein. Vorab soll eine kleine Menge Impfdosen von AstraZeneca über die Apotheken an die Praxen geliefert werden. Für die Umsetzung ist die Landesregierung verantwortlich. Die Bestellungen wurden nicht durch die Ärzte getätigt, darauf weist die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) hin. „Wir beteiligen uns allerdings selbstverständlich an der bayerischen Impfallianz unter Führung des bayerischen Gesundheitsministeriums“, sagt ein Sprecher.

Der Bayerische Apothekerverband (BAV) informierte seine Mitglieder gestern über diesen „einmaligen bayerischen Ausnahmefall“. Apotheken könnten unter Umständen unerwartet mit AstraZeneca-Impfstoff beliefert werden. Spätestens am 30. März sollen die Vakzine über den von der Apotheke im Vorfeld benannten Großhandel geliefert werden. Erhält die Apotheke die beiden Fläschchen mit je zehn Dosen, solle sie „umgehend an die Arztpraxis“ liefern. Der Impfstoff wird bei 2 bis 8 °C ausgeliefert und kann in der Apotheke in den Kühlschrank überführt werden.

Geplant ist, dass die teilnehmenden rund 1700 Praxen jeweils ihre Bezugsapotheke vorab über die Lieferung informieren. Der BAV warnte die Apotheken jedoch, dass dies nicht geschehen könne: „Sollte sich dies aus zeitlichen oder technischen Gründen nicht vollständig durchführen lassen und an Ihre Apotheke nächste Woche Impfstoff ausgeliefert werden, obwohl sich keine Arztpraxis bei Ihnen gemeldet hat, können Sie sich dann Anfang nächster Woche gerne direkt an uns wenden“, schreibt der Verband.

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