Wie geht es weiter?

Zahlreiche Länder verlängern verhängte Maßnahmen

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Berlin -

Ende März wurden in den meisten Ländern Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus getroffen – darunter auch Ausgangsbeschränkungen. Nach dem Osterfest könnten diese in einigen europäischen Ländern vorerst bestehen bleiben – einige Mitgliedstaaten, darunter Irland und Bulgarien, verlängern die Maßnahmen bis in den Mai hinein. In China rechnet die Regierung damit, dass Ende April die Schulen wieder geöffnet werden können – die Pandemie sei unter Kontrolle gebracht worden.

Irland verlängert Ausgangsbeschränkungen bis zum 5. Mai

Die Regierung in Irland hat die Beschränkungen der Bewegungsfreiheit in dem Land wegen der Corona-Pandemie bis zum 5. Mai verlängert. Das teilte der irische Premierminister Leo Varadkar am Freitagabend mit. „Ich weiß, dass viele von uns wissen wollen, wann die Normalität zurückkehrt und das Leben wieder so wird, wie es war“, sagte Varadkar bei einer Pressekonferenz. „Die Wahrheit ist, dass niemand mit Sicherheit sagen kann, wann das sein wird oder wie sich unsere Leben verändern haben werden, wenn es soweit ist“, so der Regierungschef.

In Irland gelten seit dem 27. März strenge Auflagen für die Bewegungsfreiheit, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Außer zum Einkaufen, Sport treiben und Arbeiten dürfen die Menschen ihre Wohnungen nicht mehr verlassen. Bis Freitag wurden in dem Land 263 Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 registriert. Mehr als 7000 Menschen wurden bislang positiv auf das Coronavirus getestet.

Türkei: Ausgangsverbot über das Wochenende

Die türkische Regierung hat wegen der Corona-Krise für dieses Wochenende ein Ausgangsverbot in 31 Städten verhängt. Das beinhaltete auch die größte Stadt des Landes, die Millionenmetropole Istanbul, wie Provinz-Gouverneur Ali Yerlikaya am späten Freitagabend in einem Tweet bestätigte. Einem Tweet des Innenministeriums zufolge sind auch die Hauptstadt Ankara sowie die Großstädte Izmir und Antalya betroffen. Das Verbot gelte ab Mitternacht und bis Mitternacht in der Nacht zum Montag, hieß es in dem Tweet.

Details zur Regelung waren zunächst unklar - und weil die Maßnahme erst knapp zwei Stunden vor Mitternacht (Ortszeit) verkündet wurde, setzten in Istanbul sofort Panikkäufe ein. In Supermärkten, vor Bäckereien und den typischen kleinen Nachbarschaftsläden bildeten sich sofort lange und oft dicht gedrängte Schlangen von Einkäufern.

Für Menschen ab 65 Jahre, chronisch Kranke und Unter-20-Jährige galten bereits Ausgehverbote. Die Regierung hat bisher jedoch darauf verzichtet, eine landesweite Ausgangssperre zu verhängen – auch, um die bereits angeschlagene Wirtschaft nicht weiter zu beeinträchtigen. Sie hatte jedoch viele andere Maßnahmen getroffen. Unter anderem wurden Schulen und Universitäten, Cafés und Bars geschlossen und gemeinsame Gebete in Moscheen verboten.

Bulgarien – verhängte Einschränkungen bis 13. Mai verlängert

Die Bulgaren dürfen unter anderem die Hauptstadt Sofia und die anderen 26 Regionalzentren ohne Passierschein und triftigen Grund nicht verlassen. Nur Lebensmittelläden, Apotheken, Banken und Tankstellen haben geöffnet. Gesundheitsminister Kiril Ananiew verlängerte am Freitag die Wirkung aller Schutzmaßnahmen bis zum 13. Mai. Dann soll auch der seit dem 13. März geltende Ausnahmezustand enden.

Die Polizei in Sofia sperrte am Freitagabend drei Randviertel ab, um die Einhaltung der Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus durchzusetzen, wie das Staatsradio berichtete. In diesen Stadtteilen wohnen ausschließlich oder teilweise Angehörige der Roma-Minderheit. Im Balkanland Bulgarien gab es bis Freitag 635 nachgewiesene Coronavirus-Infektionen. 25 Menschen starben, 54 wurden wieder gesund. Bei einer Bevölkerung von knapp sieben Millionen Menschen hat das ärmste EU-Land mit rund 300 Krankenhäusern relativ viele Kliniken – in der Provinz fehlt es aber vielerorts an Geld, Ausstattung und Personal. Deswegen ist der Corona-Krisenstab in Sofia bemüht, die Fallzahlen in Grenzen zu halten. Der Höhepunkt der Covid-19-Erkrankungen wird um das orthodoxe Osterfest am 19. April herum oder kurz danach erwartet.

Italien: Ausgangssperre bis 3. Mai

Die Verlängerung des strikten Ausgangsverbots, das seit dem 10. März gilt, habe die Regierung am Vortag mit wissenschaftlichen Beratern sowie den Regionen und Gewerkschaften abgestimmt, hieß es. Die Menschen dürfen derzeit nur ausnahmsweise das Haus verlassen, etwa wenn sie zur Arbeit oder zum Einkaufen müssen. In der Wirtschaft, wo die nicht lebensnotwendige Produktion gestoppt ist, dürfen danach nur einige wenige Firmen schon kommende Woche öffnen: etwa im Bereich der Holzwirtschaft, einige Maschinenzulieferer und etwa Buchläden.

Insgesamt müsse Rom strikt bleiben, wurde Premier Conte in der „Repubblica“ zitiert: „Wir sind nicht in der Situation, die Produktion wieder zu starten, weil wir dann das Risiko hätten, dass die Ansteckungskurve wieder hoch geht und wir die erzielten Ergebnisse zunichte machen.“

In Italien, das von der Corona-Pandemie extrem stark getroffen ist, hatte sich die Ansteckungswelle zuletzt verlangsamt. Trotzdem meldete der Zivilschutz am Donnerstag 610 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden – und damit mehr als am Vortag. Insgesamt starben in Italien seit dem Beginn der Viruswelle im Februar 18.279 Infizierte. Rund 144.000 Menschen wurden positiv auf den Erreger getestet.

China: Schulöffnungen Ende April

Die Schulen in China könnten bis Ende April wieder den Unterricht aufnehmen. Diese Einschätzung gab der Chef der Expertenkommission der Regierung im Kampf gegen das neue Coronavirus, Zhong Nanshan. Solange es keine neuen großen Ausbrüche mehr gebe, sei eine Öffnung der Schulen möglich. Bis auf die besonders geschützte Hauptstadt Peking und die schwer betroffene Provinz Hubei haben alle Provinzen und Metropolen bereits konkrete Pläne angekündigt, den Schulbetrieb in den nächsten Wochen wieder aufnehmen zu wollen.

China habe die Krankheit unter Kontrolle gebracht, sehe sich jetzt aber mit dem Risiko durch importierte Infektionen konfrontiert, sagte der Professor in einer Videokonferenz mit Experten. Das Land suche eine vorsichtige Balance zwischen dem Wiederanfahren der Wirtschaft und der Vorbeugung gegen eine „zweite Welle“ durch das Sars-CoV-2-Virus. „Es gibt zwei Methoden, mit einer hoch ansteckenden Krankheit umzugehen: Eine ist Einkapselung und die andere ist Minderung.“ Chinas Regierung habe sich entschieden für Eingrenzung entschieden.

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