Schmidt will Covid-19-Impfung in Apotheken

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Berlin - Abda-Präsident Friedemann Schmidt ist überzeugt, dass die Vor-Ort-Apotheken im Verhältnis zum Versandhandel gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen. Denn die aktuelle Situation zeige, dass Versender nur eine Ergänzung seien, so Schmidt im Podcast „gesundheit-hören“ des Wort & Bild Verlags. Sobald ein Impfstoff gegen Covid-19 vorliegt, seien Apotheken zudem eine der ersten Adressen.

Viele seiner Kollegen befürchteten, dass der Versandhandel jetzt zu einem größeren Problem für die stationären Apotheken werde. Der Gedanke: Im Lockdown merken die Patienten, dass der Versandhandel funktioniert. Tatsächlich berichten die Versender von massiv steigenden Umsätzen. Schmidt widerspricht: „Ich nehme das nicht so wahr und die Zahlen zeigen das auch nicht.“ Der Versandhandel sei „ein ergänzendes Versorgungssystem für einige wenige Patienten“.

Die allermeisten Versorgungsfälle seien aber kompliziert, individuell und eilbedürftig, so Schmidt. „Und für alle diese Fälle ist der Versandhandel per se völlig ungeeignet.“ Deshalb ist der Abda-Präsident überzeugt: „Die Apotheke vor Ort geht gestärkt aus dieser Krise hervor.“

Und sobald ein Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus entwickelt ist, wollen sich die Apotheken laut Schmidt beteiligen. Darüber habe man schon mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gesprochen. Eigentlich sollte es jetzt schon Modellprojekte zu Grippeimpfungen in der Apotheke geben. Aber diese seien durch das Pandemiegeschehen leider „etwas ins Stocken geraten“, so Schmidt. Doch bald werde es die ersten Vereinbarungen hierzu geben, kündigte er an. „Daraus werden wir dann lernen, das Apotheken das können, da bin ich ganz sicher.“ Und dann seien Apotheken eine der ersten Adressen für eine Covid-19-Impfung.

Wirtschaftlich profitiert hätten Apotheken von der Pandemie bislang dagegen nicht. Zwar hätten die Apotheken im März einen enormen Kundenanstieg zu bewältigen gehabt, auch weil sich Chroniker eingedeckt hätten. Aber Arzneimittelbedarf, gerade im Rx-Segment, sei eben vorgegeben. „Deswegen erleben wir jetzt im April, dass was im März vorgezogen worden ist, jetzt fehlt. Das heißt, wir sind jetzt bestenfalls im Regelbetrieb.“

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