Anstieg der Antikörpertiter

PEI: Zweiter Booster erhöht Schutz vor Omikron

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Berlin -

Personen über 70 Jahre sollen sich ein zweites Mal boostern lassen. Gleiches gilt für Bewohner:innen in Pflegeheimen. Dass die vierte Impfung mit den noch nicht an Omikron angepassten Vakzinen den Schutz vor der Variante erhöht, zeigt nun eine Untersuchung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI).

5,2 Millionen Menschen haben in Deutschland bisher eine zweite Auffrischimpfung erhalten (Stand 10. Juni). Empfohlen wird diese unter anderem für Personen über 70 Jahre und Bewohner:innen in Pflegeheimen. Dass eine vierte Spritze den Schutz vor Omikron steigern kann, hat nun ein Forscherteam der Abteilung Virologie und der Abteilung Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten des PEI und der Main-Kinzig-Kliniken im Rahmen einer Untersuchung zeigen können.

Ermittelt wurden zum einen der Anstieg der Antikörper-Blutspiegel nach der ersten und zweiten Auffrischimpfung und zum anderen die Abnahme der Titer gegenüber Sars-CoV-2-Varianten mit der Zeit nach Impfung.

Zwei Impfungen reichen nicht aus

Im Ergebnis zeigte sich, dass eine zweifache Impfung mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty (Biontech) nicht zu einer adäquaten Bildung neutralisierender Antikörper gegen die aktuell dominierende Omikron-Variante führte.

Die erste Booster-Impfung kann langfristig vor Delta schützen: Alle untersuchten Seren konnten die im vergangenen Jahr lange Zeit dominierende Variante neutralisieren. Anders sah das bei der Neutralisation von Omikron aus: Zwar erhöhten sich die Spiegel von IgG- und IgA-Antikörpern, die gegen die Rezeptorbindungsdomäne der Virusvariante Omikron gerichtet sind, doch sechs Monate nach der dritten Impfung konnten in 36 Prozent der untersuchten Seren keine Omikron-neutralisierenden Antikörper mehr detektiert werden.

Die zweite Auffrischimpfung mit Comirnaty sorgte laut den Forscher:innen erneut für einen deutlichen Anstieg der neutralisierenden Antikörper. Dieser war sowohl bei für die Wuhan-, als auch für die Delta- und Omikron-Variante zu beobachten. Bei der Breite der Immunantwort zeigte sich bei der Wahl des Impfschemas kein Unterschied – sowohl homologe als auch heterologe Impfregime (Comirnaty, Vaxzevria) erzielten nach der zweiten Booster-Impfung hohe Level an neutralisierenden Antikörpern.

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