Omikron: Kaum Virusvermehrung in den Lungen | APOTHEKE ADHOC
Milde Verläufe

Omikron: Kaum Virusvermehrung in den Lungen

, Uhr
Berlin -

Bislang kommt es unter der Omikron-Variante vor allem zu milderen Erkrankungsverläufen. Verschiedene Studien könnten dafür nun eine Erklärung liefern: Die neue Virusvariante scheint sich Laboruntersuchungen zufolge kaum in den Lungen zu vermehren – die Symptomatik ist dementsprechend abgeschwächt.

Obwohl sich die neue Variante mit einem R-Wert von knapp 3 sehr schnell verbreitet, scheint sie nicht unbedingt gefährlicher zu sein als bisherige Mutanten. Denn bei vielen Erkrankten kommt es zu einer wesentlich leichteren Symptomatik, welche häufig durch starke Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Schmerzen im Körper geprägt ist.

Tiermodell zeigt milde Verläufe

Forscher:innen der Washington University untersuchten Omikron im Mausmodell und machten einige Entdeckungen: In Nase und Lungen der Tiere kam es kaum zu einer Vermehrung der Viren. Insgesamt wurden 129 Tiere mit Omikron infiziert, sie alle blieben jedoch gesund. Auch Mäuse, die mit dem menschlichen ACE-2-Rezeptor ausgestattet sind, überstanden die Infektion unbeschadet. Die Konzentration der Viren sei teilweise bis zu 1000-fach niedriger gewesen als für bisherige Varianten von Sars-CoV-2 bekannt.

Bei Hamstern wurden im CT zwar die typischen Milchglastrübungen entdeckt, welche auf eine Pneumonie hinweisen, allerdings kam es weder zu Ödembildung noch Einblutungen in das Lungengewebe. Auch die ausgedehnten Infiltrationen von Neutrophilen und Lymphozyten in den Alveolen, die für Sars-CoV-2 typisch sind, wurden nicht beobachtet.

Ein anderes Team der Universität Liverpool führte ähnliche Untersuchungen durch und kam dabei zu vergleichbaren Beobachtungen: Die Mäuse verloren zwar stark an Gewicht, erholten sich jedoch innerhalb weniger Tage wieder schnell. Auch hier war die Viruslast in den oralen Abstrichen 100-mal niedriger als bei der Delta-Variante. Veränderungen des Lungengewebes waren auch hier minimal.

Omikron verschont die Lunge

Da Tiermodelle jedoch nur bedingt Aufschluss geben, haben Forscher:innen aus Hongkong Versuche an Zellkulturen von infizierten Patient:innen durchgeführt. Die Biopsien wurden mit dem Wildtyp und verschiedenen Virusvarianten von Sars-CoV-2 infiziert und beobachtet. Die im Fachjournal „Nature Portfolio“ veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass sich Omikron vor allem in der Bronchialschleimhaut vermehrt. In der Lunge hingegen fielen immunhistochemische Anfärbungen negativ aus. Was genau diesen Beobachtungen zugrunde liegt, konnten die Wissenschaftler:innen jedoch nicht klären.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Bluthochdruck, Übergewicht, Verstimmung
Macht zu viel Salz aggressiv? »
Pflanzliche Therapie statt medikamentöser Behandlung
ADHS: Meereskiefer gegen Hyperaktivität »
Mehr aus Ressort
Risikokinder erhalten drei Dosen des Vakzins
Impfschema Kleinkinder: Aktualisierung durch RKI »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
KHPflEG im Bundestag verabschiedet
eGK-Identverfahren in der Apotheke»
Mehr als ein „beleuchtetes Stück Papier“
Gematik gegen Verschlüsselung des E-Rezeptes»
Wechsel bei Standesvertretung
Abda-Sprecher geht von Bord»
Kabinett im Zeugenstand
CSU-Granden im Masken-Ausschuss»
Per Fragebogen zum Medikament
Online-Rezept von Amazon»
WHO vergibt neuen Namen
Mpox statt Monkeypox»
„Es frisst sich regelrecht durch die Wirkstoffe durch“
Citalopram: Weiteres Medikament knapp»
A-Ausgabe Dezember
90 Seconds of my life»
Das Kindermagazin der my life Familie
Platsch»
Kompetenter Begleiter für alle Leser:innen ab 60
my life Senioren»
Schwangere sind nicht automatisch befreit
Retaxgefahr: Zuzahlung in der Schwangerschaft»
Mehrkosten, Belieferung & Heilung
Retaxgefahr: BG-Rezept»
Schlüsselrolle bei wichtigen Stoffwechselfunktionen
Hautvitamin B2: Vorstufe von Coenzymen»
Trockene Haut, Rötungen und Entzündungen
Handekzeme: Ursache, Symptome, Behandlung»