Lieferengpässe: Von der DDR lernen, heißt verwalten lernen

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„Ich hätte nie gedacht, dass wir das mal wieder brauchen“, staunt er selbst. „Aber ich denke, es wäre eine praktische Lösung, bei der den Ärzten nichts weggenommen wird.“ Dass der Apotheker keine Veränderungen an der Originalverordnung vorgenommen hat, ließe sich auch im Nachhinein noch sehr leicht nachweisen, indem Kopien von Original- und Teilrezept aufbewahrt werden. Vor allem hätten die Teilrezepte aber für die engpassgeplagten Patienten große Vorteile gehabt: „Wenn ein Arzneimittel auf der Verordnung nicht lieferbar war, konnte der Patient bekommen, was es gab und hatte dann die Möglichkeit, es woanders zu versuchen oder nach einer gewissen Zeit wiederzukommen, um den Rest zu holen.“

Er hoffe nun seitens der Landesregierung „auf eine schnelle Antwort und vor allem unbürokratische und zügige Umsetzung der Forderungen“ so Hoffmann. „Wir befinden uns in einem absoluten Ausnahmezustand, wo es eilige Lösungen bedarf, um die Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten bestmöglich sicherzustellen.“ Nur einen Haken hat Hoffmanns offener Brief dabei: Für die Verordnungen oder Gesetzesänderungen, die für die Maßnahmen notwendig wären, hat sie gar keine Befugnisse. Es gehe ihm aber ohnehin eher darum, den Forderungen Gehör zu verschaffen, sagt er. „Wenn ich es direkt nach Berlin schicke, geht es ja erst recht unter“, so Hoffmann. „Ich habe die Hoffnung, wenn der Landtag da nicht zuständig ist, das dann nach Berlin weiterleitet.“

Vielleicht hat er bald die Möglichkeit, die sächsische Politik auch persönlich von seinen Anliegen zu überzeugen. „Gerne möchte ich Sie oder einen Vertreter zu uns in die Schwanen-Apotheke Burgstädt einladen, um meine Forderungen vor Ort nochmals genauer zu erläutern und um Ihnen die Möglichkeit zu geben, einen authentischen Einblick in die Praxis zu geben, um sich selbst ein Bild der Lage zu machen“, schreibt er an Kretschmer. „Wir hoffen, dass Sie als Ministerpräsident von Sachsen Ihrer Verantwortung gerecht werden und die Forderungen unterstützen und voranbringen.“

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