Apotheker schreibt an Landesregierung

Lieferengpässe: Von der DDR lernen, heißt verwalten lernen APOTHEKE ADHOC, 06.04.2020 15:38 Uhr

Berlin - Die Corona-Krise fordert die allermeisten Apotheker, viele sehen das aber nicht in den regulatorischen Rahmenbedingungen abgebildet. Trotz Mehrbelastung und ausufernder Lieferengpässe müssen sich Apotheken an teils weltfremde Bedingungen halten. Inhaber Jürgen Hoffmann aus dem sächsischen Burgstädt will das nicht mehr auf sich sitzen lassen: In einem offenen Brief an den sächsischen Landtag stellt er drei politische Forderungen und hat sich dabei von seiner eigenen Vergangenheit inspirieren lassen: In der DDR wusste man nämlich sehr gut, wie man Mangel verwalten kann.

Hoffmann bleibt politisch umtriebig: Während seine Petition gegen Lieferengpässe noch läuft, wendet er sich mit einem offenen Brief an die Politik, in dem er Erleichterungen für den Berufsstand fordert, um besser mit der Situation umgehen zu können. In dem Schreiben an CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer formuliert er die Bitte, sich seiner Forderungen „aufgrund der Notlage durch die Corona-Pandemie dringlichst anzunehmen“. Darunter führt er drei Maßnahmen aus, die seiner Auffassung nach nun notwendig sind: Eine Honorierung des Botendienstes, die komplette Aussetzung der Rabattverträge sowie die Möglichkeit für Apotheker, Teilrezepte auszustellen.

Zu seiner eigenen positiven Überraschung wurde eine der Forderungen bereits hinfällig, bevor er den Brief abschicken konnte: Am Montag verkündete das Bundesgesundheitsministerium, dass Apotheken ab sofort pro Botendienst eine Vergütung von 5 Euro erhalten. Das ist mehr als Hoffmann selbst gefordert hatte. „Das ältere Apotheken-Klientel ist aufgrund der Einstufung als Risikogruppe durch Covid-19 zunehmend auf den Botendienst unverzichtbarer Medikamente angewiesen. Dadurch kommt es bei den Apotheken zu einem erheblichen personellen und finanziellen Mehraufwand“, schreibt er an Kretschmer. Deshalb fordere er eine Vergütung von drei Euro pro Fahrt und Person. Als Vorbild könne dabei der Umgang mit der Thematik durch die AOK Baden-Württemberg dienen.

Entsprechend erfreut zeigt er sich, dass seiner Forderung ohne sein Zutun bereits auf Bundesebene nachgekommen wurde. „5 Euro ist in Ordnung“, sagt er zufrieden. Das heißt aber nicht, dass er damit schon vollkommen zufrieden wäre. Er wolle nun stattdessen eine weitere Forderung in den Brief aufnehmen, die es zuvor nicht hineingeschafft hat: ein Exportverbot für Arzneimittel. „Das ist jetzt einfach unangemessen, es gibt schon genug Lieferengpässe“, sagt er. „Wenn es genug gibt, von mir aus gerne. Aber im Moment brauchen wir das hier mehr.“

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