Kein Sputnik V für Mecklenburg-Vorpommern

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Berlin -

Mecklenburg-Vorpommern hat seine Pläne zum Ankauf des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik nach langem Zögern nun doch auf Eis gelegt.

Statt des Kabinetts befasste sich die Runde der Staatssekretäre mit dem Thema. In einer Sondersitzung am Montag kamen diese überein, den Vorgang „ruhend“ zu stellen, damit keine weiteren Kosten entstehen. Das geht aus dem Protokoll der Beratung hervor, aus dem am Mittwoch zunächst der NDR zitierte. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums flossen zur Anbahnung des Geschäfts bislang 21.500 Euro an eine Anwaltskanzlei, die im Auftrag des Landes tätig war.

Im April hatte die Landesregierung entschieden, sich angesichts des damals noch eher spärlichen Nachschubs an Impfstoffen die Option zum Kauf von einer Million Impfdosen Sputnik V zu sichern. Auf die Pläne angesprochen, verwies Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag darauf, dass die Zulassung für den russischen Impfstoff durch die europäische Arzneimittelbehörde weiterhin nicht vorliege. „Deswegen steht eine solche Option für uns derzeit auch gar nicht im Raum“, sagte die Regierungschefin, ohne den zwischenzeitlichen Stopp der Ankaufpläne zu erwähnen.

Einer ihrer wichtigsten Berater in der Corona-Pandemie, der Rostocker Tropenmediziner Emil Reisinger, hatte schon Anfang August vom Kauf des russischen Impfstoffs abgeraten. „Impfungen mit Sputnik V würde ich nicht empfehlen“, sagte er. Zudem steht auch in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen ausreichend Impfstoff der bereits zugelassenen Präparate bereit, ein Teil wurde bereits an den Bund zurückgegeben.

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