Intensivärzte fordern Rückkehr in Lockdown

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Berlin - Die dritte Corona-Welle nimmt Fahrt auf, immer mehr Ansteckungen werden gemeldet. Intensivärzte fordern deshalb, das öffentliche Leben wieder runterzufahren. Bund und Länder hatten für den Fall steigender Zahlen eine Notbremse vereinbart – nicht alle Städte ziehen mit.

Deutschlands Intensivärzte fordern angesichts steigender Corona-Zahlen eine sofortige Rückkehr in den Lockdown. So könne eine starke dritte Welle verhindert werden, sagte der wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, am Montag im rbb. DIVI ist die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. Er forderte, die Länder sollten vor allem die beschlossene Notbremse durchsetzen, wenn es mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gibt. Dies würde etwa bedeuten, den Einzelhandel und Friseure wieder zu schließen. Doch es gibt Abweichungen von dieser Vereinbarung.

Zu Wochenbeginn stieg die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner zum fünften Mal in Folge deutlich – und lag bundesweit bei 82,9 (Vortag: 79,1). Einen solchen Wert hatte es zuletzt am 3. Februar gegeben. Danach war die Inzidenz noch einige Zeit gesunken, ein Tiefstand wurde mit 56,8 am 19. Februar erreicht. Auch die Zahl der Neuinfektionen lag am Montag mit 6604 registrierten Fällen deutlich höher als vor einer Woche, als 1600 Fälle weniger gemeldet wurden.

Auch die Entwicklung der sogenannten Reproduktionszahl bereitet Sorgen. Der R-Wert lag laut Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagabend bei 1,19. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 119 weitere Menschen anstecken. „Entscheidend ist, dass die Ansteckungsrate nicht über den sogenannten R-Wert von etwa 1,2 steigt”, hatte Karagiannidis zuletzt gesagt. Sonst werde es kritisch.

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