„Bitte nehmen Sie Ihr Rezept nicht in den Mund!“

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Berlin -

Der Schutz von Risikogruppen vor dem Coronavirus hat derzeit einen hohen Stellenwert – das gilt auch in Apotheken. Rund drei Viertel der Teilnehmer einer aposcope-Umfrage gaben an, dass ihre Apotheke derzeit einen Botendienst für ältere Kunden anbietet. Und Plexiglas auf dem HV-Tisch ist vom Exoten zum Standard geworden.

Nahezu alle befragten Apothekenteams (95 Prozent) betonen in der aposcope-Umfrage, dass das Wohl der Kunden für sie derzeit oberste Priorität genießt. Die umfangreichen Maßnahmen in Apotheken sollen das Team vor Ansteckung schützen und gleichzeitig eine Übertragung durch die Mitarbeiter unterbinden – schließlich haben diese besonders viele Kontakte.

Besonders gefährdeten älteren Kunden wird daher in den meisten Fällen angeboten, dass sie nicht in die Offizin kommen müssen, sondern den Botendienst nutzen können. Vor und in der Apotheke sorgen Aufsteller mit Hinweisen für ein angemessenes Verhalten der Kunden – 85 Prozent der Teilnehmer setzen auf Aufklärung. Das reicht bis zu dem Schild, die Rezepte während des Händedesinfizierens bitte nicht in den Mund zu nehmen. „Dieser Hinweis war leider nötig“, erklärt eine Inhaberin.

Plexiglasscheiben auf dem HV-Tisch sind vielerorts ein fester Bestandteil. Während in der vergangenen Woche nur 38 Prozent der Befragten einen solchen Schutz aufgestellt hatten, nutzen mittlerweile mehr als drei Viertel (77 Prozent) diese Maßnahme. Die Einrichter haben sich ins Zeug gelegt, mancher Schreiner über Nacht geliefert und hier und da haben die Apotheker*innen auch selbst Hand angelegt.

Zwar ist es in dieser Woche in den Apotheken etwas ruhiger geworden, trotzdem ist Arbeitsbelastung nach wie vor hoch. Für einen Großteil der Apotheken (90 Prozent) sind verlängerte Öffnungszeiten dennoch kein Thema. Auf der anderen Seite sprechen sich knapp drei Viertel der Befragten (71 Prozent) weiterhin gegen reduzierte Öffnungszeiten aus.

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