Corona-Impfstoff

Bayer soll Curevac helfen

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Berlin -

Das Tübinger Unternehmen Curevac und Bayer wollen bei Weiterentwicklung, Produktion und Vertrieb eines Corona-Impfstoffes zusammenarbeiten. Ziel ist es, den Impfstoff nach einer Zulassung möglichst schnell und breit auf den Markt geben zu können. Bayer bestätigte einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenportals ThePioneer.

Im Rahmen dieser Vereinbarung wird Bayer bei der weiteren Entwicklung und Bereitstellung des Impfstoffkandidaten CVnCoV von CureVac sowie bei lokalen Aktivitäten in ausgewählten Ländern unterstützen. Bayer wird dafür sein Fachwissen und seine etablierte Infrastruktur in Bereichen wie der operativen Studiendurchführung, bei regulatorischen Aufgaben, Aktivitäten in der Pharmakovigilanz, bei medizinischen Informationen und Lieferkettenleistungen einbringen sowie Unterstützung in ausgewählten Ländern leisten.

Basierend auf dem Vertrag wird Curevac der Inhaber der Marktzulassung für das Produkt sein, während Bayer den Hersteller bei Länderaktivitäten innerhalb der Europäischen Union (EU) und ausgewählten weiteren Märkten unterstützen wird. Bayer erhält Optionen, um Inhaber der Marktzulassung in anderen Märkten außerhalb Europas zu werden. Die Unternehmen planen, ihre Stärken so zu bündeln, damit Curevac nach Erhalt der Zulassungen mehrere hundert Millionen Dosen CVnCoV weltweit zur Verfügung stellen kann.

„Der Bedarf an Impfstoffen gegen Covid-19 ist enorm. Wir freuen uns, Curevac, einem führenden Anbieter von mRNA-Technologie, bei der Weiterentwicklung und Bereitstellung seines Impfstoffkandidaten maßgeblich unterstützen zu können“, sagte Stefan Oelrich, Mitglied des Vorstands von Bayer und Leiter der Division Pharmaceuticals. „Wir stellen unsere Fähigkeiten und Netzwerke zur Verfügung, um dazu beizutragen, diese Pandemie zu beenden.“

„Wir freuen uns sehr, mit Bayer zusammenzuarbeiten. Mit seiner Expertise und Infrastruktur kann uns Bayer helfen, unseren Impfstoffkandidaten CVnCoV noch schneller für möglichst viele Menschen verfügbar zu machen“, sagte Dr. Franz-Werner Haas, CEO von Curevac. „Aufbauend auf den positiven Daten, die wir bisher mit CVnCoV sehen konnten, haben wir jetzt einen weiteren starken Partner an unserer Seite, um den Impfstoff nach Erhalt der erforderlichen behördlichen Genehmigung zu denen zu bringen, die ihn brauchen.“

CureVac erweitert derzeit sein Partnernetzwerk für die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb seines Impfstoffkandidaten. Im November gab das Unternehmen bekannt, dass es sein europäisches Produktionsnetzwerk ausbaut und dabei unter anderem mit Wacker und Fareva zusammenarbeitet. Am 14. Dezember erreichte das Unternehmen mit dem Start seiner globalen zulassungsrelevanten Phase 2b/3-Studie einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung von CVnCoV.

Eine entsprechende Kooperation war diesem Bericht zufolge Thema in einem Gespräch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Gesundheitsminister Jens Spahn, Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Kanzleramtschef Helge Braun (alle CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) am Mittwochmorgen. Demnach solle das Biotechnologieunternehmen von der Organisations- und Logistikmacht des Chemiekonzerns profitieren. Auch eine Produktion des Curevac-Impfstoffes in einem US-amerikanischen Bayer-Werk sei im Gespräch, hieß es.

Im Dezember hatte Curevac grünes Licht für den Start seiner zulassungsrelevanten klinischen Phase-III-Studie erhalten. Mit ersten Ergebnissen der Studie rechnet Curevac nach früheren Angaben eines Sprechers Ende des ersten Quartals 2021. Für die geplante Markteinführung des Impfstoffs gegen Covid-19 ist, neben einer Erweiterung der Herstellungserlaubnis, auch eine Zulassung durch die EU-Kommission erforderlich.

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