Apotheke sucht AstraZeneca-Impflinge für Praxis

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Berlin -

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca hat bei manchen Patienten einen schlechten Ruf. Auch Ärzte sträuben sich teilweise, Vaxzevria zu bestellen. Apotheken mussten viel Aufklärungsarbeit leisten, um das geforderte 1:1-Verhältnis durchzusetzen. Ein Betrieb in Nordrhein-Westfalen ging noch weiter: Die Apothekenangestellten halfen, im eigenen Kundenkreis Abnehmer für die Vakzine von AstraZeneca zu finden.

Insgesamt sei das Verhältnis zu den Praxen gut, sagt der Apotheker aus Westfalen-Lippe. In der „Verteilungsskrise“ arbeiteten die Heilberufler Hand in Hand. Kommende Woche werde er jeweils zwölf Vials von Comirnaty und Vaxzevria an seine Ärzt:innen ausliefern können. Den Praxen wurden dem Bundesgesundheitsministerium zufolge insgesamt 462.150 Dosen von Biontech und 554.400 Dosen von AstraZeneca zugesagt.

Eine Praxis habe sich jedoch schwergetan, Patienten für die Vakzine von AstraZeneca zu finden. Die Apotheke sprang kurzerhand ein. „Wir haben gestern unsere Kunden durchtelefoniert“, sagt der Inhaber. „Für eine Praxis konnten 40 Dosen AstraZeneca vermittelt werden“, freut er sich. Die Mitarbeiter:innen hätten mögliche Kandidaten über die Chance einer Impfung informiert. Die Ablehnung sei dabei spürbar gewesen: „Eine 59-Jährige hat gesagt, sie will kein AstraZeneca, weil sie ja noch keine 60 Jahre alt ist.“

Der Pharmazeut kann die Zurückhaltung verstehen. Die Berichterstattung der Medien über den Impfstoff und das Hin und Her der Politik seien schuld. „Wir haben gerne mitgeholfen, für den Impfstoff zu sensibilisieren.“ Bei dem Vakzin von AstraZeneca müsse man auf die Patienten anders als Biontech erst einmal einreden. Das Produkt sei „sehr beratungsintensiv“.

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