400. Apothekengeburtstag

Selbst gemachter Gin zum Jubiläum Torsten Bless, 16.07.2018 15:09 Uhr

Berlin - Zum 400. Geburtstag seiner Paradies-Apotheke hat sich Dirk Vongehr selbst ein besonderes Geschenk gemacht. Passend zur Jubiläumsfeier ist am Samstag sein selbst kreierter Gin auf den Markt gekommen. Damit will sich der Kölner nach und nach ein zweites Standbein schaffen.

„Zum Jubiläum wollte ich etwas Besonderes schaffen, etwas das über die Feier hinaus Bestand hat, die Vergangenheit aufgreift, aber auch in die Zukunft weist“, erklärt Vongehr. „Ich trinke selbst gern Gin. Aus Köln gibt es seit Ende 2017 den ‚Gin de Cologne‘, aber der schmeckt mir nicht.“ Also machte er sich mit ein bisschen Unterstützung selbst ans Werk. „Bei den Zutaten haben wir in erster Linie Arzneimittelpflanzen ausgewählt, darunter Wacholder, Lavendel und Salbei“, erklärt der Apotheker. „Ein ganz wichtiger Bestandteil ist die Melisse.“ Damit werde ein Bogen in die Vergangenheit geschlagen. „Die Nonne Maria Clementine Martin hat in Köln die Firma Klosterfrau gegründet. Bei ihren ersten Wunderwässerchen, darunter den Melissengeist, half ihr sicher ein Apotheker. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Paradies-Apotheke als Ort genutzt hat, ist relativ groß.“

Passend zum Gründungsjahr wurde der Hochprozentige auf den Namen „Gin 1618“ getauft. Das Etikett zieren die Gesichter eines englischen Kaufmanns, der stellvertretend für die Rezeptur des Gins steht, von Nonne Martin und von Vongehr selbst. Ebenfalls integriert ist der griechische Buchstabe „Phi“. Er symbolisiert den „Goldenen Schnitt“. Damit wird das besondere Verhältnis von zwei Zahlen, Längen oder anderen Größen beschrieben, das auch in der Kunst gerne genutzt wird. Formen, die den Goldenen Schnitts anwenden, sollen auf das menschliche Auge besonders ansprechend wirken. Mathematisch liegt er bei ungefähr 1,618 – ein weiterer Verweis auf das Jubiläum.

Erst seit letzten Freitag und damit rechtzeitig zur Geburtstagsfeier seien die Etiketten erstmals auf Flaschen geklebt worden. „Jetzt kann ich gezielt mit der Vermarktung beginnen“, so Vongehr. In seiner Apotheke könne er den Gin 1618 natürlich nicht verkaufen. Aber drei Kölner Gaststätten hätten schon zugesagt, ihn auf die Karte zu nehmen. „Das soll natürlich erst der Anfang sein.“ Der Online-Shop eröffne Ende des Monats. „Ich hab nichts dagegen, mir damit mal ein zweites Standbein zu schaffen.“ Doch vorerst gebe es nur Kosten: „Für die allein von mir getragene GmbH musste ich 25.000 Euro an Stammkapital aufbringen, die erste Charge hat ungefähr die Hälfte gekostet.“

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema