Securpharm: Hoffentlich funktioniert der Etikettendrucker

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Berlin - Anja Alchemillas Filiale gehört zu den ausgewählten Pilotapotheken, die das Securpharm-System vorab nutzen und prüfen sollen. Daher haben sie und ihre Mitarbeiter bereits heute die Probleme, die auf ihre Kollegen erst in ein paar Tagen zukommen. Anja fragt sich, ob dieser enorme Aufwand angesichts von knapp 40 gefälschten Arzneimittel, die in den öffentlichen Apotheken zwischen 1996 und 2008 gefunden wurden, gerechtfertigt ist.

„Anja… ich habe da ein Problem.“ Zerknirscht steht PTA Sonja vor ihr und deutet rüber zu Kasse 3. „Ich habe gerade ein Antibiotikum abgegeben. Es war ohne Zuzahlung, und ich habe Herrn Müller noch erklärt, wie und wann er es einnehmen soll. Er hat es eingesteckt und ist rausgegangen, bevor ich den Vorgang beendet habe. Jetzt steht da, daß ich es aus dem Securpharm-System ausbuchen muss. Es ist ja aber schon weg.“ Anja rollt mit den Augen, denn genau dasselbe ist ihr auch schon passiert.

„Haben wir noch eine zweite Packung Amoxicillin AL 1000 mit 20 Stück an Lager?“, ruft sie ins Backoffice. PKA Arife kümmert sich sofort darum. „Ja, ich lagere sie euch vorne aus.“ Anja erklärt Sonja, wie sie in so einem Fall vorgehen kann: „Du scannst jetzt bitte nicht den 2-D-Code ab, sondern nur die PZN. Der Scandialog fragt dann, ob ein Data-Matrix-Code vorliegt. Die Frage beantwortest du mit ‚nein‘, das wird er noch schlucken. In der Übergangsfrist, in der noch nicht alle Securpharm-pflichtigen Medikamente den Code aufgedruckt haben müssen, machen wir das am besten immer so.“ Sonja ist erleichtert.

„Puh, das ist ja nochmal gut gegangen! Und was hätten wir gemacht, wenn wir keine zweite Packung dagehabt hätten?“ Anja nickt, denn auch diesen Fall hatten sie schon. „Gute Frage. Wir machen das so wie vor 14 Tagen. Das hast Du nicht mitbekommen, weil du im Urlaub warst. Das System wollte nämlich, daß wir bei wiederaufgenommenen Vorgängen alles neu einscannen. Das war oft nicht möglich, wenn der Kunde die Packungen schon mitgenommen hatte. In so einem Fall druckst du bitte ein Packungsetikett mit Barcode auf dem Etikettendrucker aus und scannst das ab.“

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