Schwanger in der Apotheke: Zeitlimit für FFP2-Masken

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Berlin - Eine Schwangerschaft ist für die Angehörigen eine gute Nachricht. Auch Apothekeninhaber:innen freuen sich für ihre Mitarbeiterinnen. In der Pandemie bedeutet dies aber auch, dass die Personaldecke dünner wird. „Ich musste eine schwangere Mitarbeiterin freistellen, weil sie die Maske nicht so lange tragen kann“, sagt eine Apothekerin aus Nordrhein-Westfalen. Die Vorgaben sind Ländersache, besonders streng ist der Mutterschutz bezüglich des Tragens der Schutzausrüstung in Baden-Württemberg geregelt.

Die Verantwortung über die schwangere Beschäftigte liegt beim Inhaber beziehungsweise der Inhaberin: Der Arbeitgeber muss laut Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) dafür Sorge tragen, dass Schwangere durch die berufliche Tätigkeit nicht in Situationen kommen, in denen der jeweilige Schutzstandard, der sich aus den jeweils geltenden Infektionsschutz- und Arbeitsschutzvorgaben ergibt, unterschritten wird. Das Tragen einer FFP2-Maske stellt für Schwangere aus Sicht vieler Länder eine besondere Belastung dar.

Die Apothekerin aus Nordrhein-Westfalen prüfte selbst, ob sie ihre schwangere Approbierte freistellen musste. „Ich konnte ihr die Maske nicht so lange antun“, sagt die Chefin. Bei der Krankenkasse fragte sie das Beschäftigungsverbot nicht an, da sie sonst auf einen Bescheid eines Betriebsarztes hätte warten müssen. In der Pandemie bleibe ohnehin wenig Zeit. „Die Vollzeitstelle fehlt“, so die Apothekerin. Wenigstens den gezahlten Lohn kann sie zurückfordern: Arbeitgeber haben über die sogenannte Umlage 2 Anspruch darauf, dass die Aufwendungen für fortgezahlten Lohn während eines schwangerschaftsbedingten Beschäftigungsverbots auf der Grundlage des Mutterschutzgesetzes (MuSchG) komplett erstattet werden.

Wie die Umsetzung des Mutterschutzes konkret geregelt wird, ist Ländersache. Bundeseinheitliche Vorgaben fehlen. Besonders streng ist die Situation in Baden-Württemberg. Dort darf die Tragedauer einer FFP2-Maske durch eine Schwangere im Job pro Tag 30 Minuten nicht überschreiten. Denn Studien, die belegen, dass es keine Auswirkungen auf die Gesundheit der werdenden Mutter hat, fehlen. Es gebe keine Nachweise darüber, dass es keine Gefahr darstelle, heißt es in Stuttgart.

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