Arbeitsrecht

Schwanger – was nun?

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Berlin -

Geht der Kinderwunsch in Erfüllung, ist die Freude groß. Erfahren PTA von einer Schwangerschaft, müssen nicht nur privat die Weichen für den Familienzuwachs gestellt werden. Auch der Chef muss rechtzeitig informiert werden, um die Fristen für die Elternzeit einzuhalten.

Schwangere werden vom Mutterschutzgesetz (MuSchG) besonders geschützt. Teilt eine PTA dem Apothekeninhaber ihren Zustand mit, gelten ab diesem Zeitpunkt beispielsweise für Arbeitszeit und bestimmte apothekenübliche Abläufe neue Regeln. Die Frau darf dann nur zwischen 6 Uhr morgens und 20 Uhr abends sowie ausschließlich an Werktagen arbeiten – für Approbierte entfallen Nacht- und Notdienste.

Auch für die Rezeptur gibt es Einschränkungen: Denn laut MuSchG dürfen Schwangere generell keine Tätigkeiten ausführen, die Leben oder Gesundheit der Mutter oder des Kindes gefährden. In der Apotheke sind damit etwa alle Tätigkeiten im Bereich Zytostatika-Herstellung tabu. Laut Adexa sollten PTA selbst beurteilen, welche anderen Substanzen eine Gefährdung darstellen, und dies mit der Apothekenleitung absprechen. Zudem gelten das Tragen von schweren Lasten sowie ständiges Stehen, das heißt mehr als vier Stunden täglich, als gefährdend. Auch hier muss der Inhaber Alternativen für PTA schaffen.

Schwangere PTA genießen außerdem einen besonderen Kündigungsschutz. Die Entlassung ist während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung unzulässig. Das gilt laut Adexa ab dem ersten Tag des Arbeitsverhältnisses, also auch während der Probezeit. Der arbeitsrechtliche Schutz von schwangeren Angestellten ist unabhängig von der Größe des Betriebs – und gilt damit auch für kleine Apotheken.

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