Arbeitsrecht

Kinderkrankenbett in der Offizin? Carolin Bauer, 15.10.2015 15:10 Uhr

Berlin - In der Erkältungszeit kommen vermehrt Patienten mit Schnupfen in die Apotheke. Oft müssen PTA und Approbierte aber nicht nur die Kunden beraten, sondern auch zu Hause kranke Kinder versorgen. Gibt es keinen Babysitter, müssen Eltern Ersatz finden. Laut der Apothekengewerkschaft Adexa kommt es eher selten vor, dass der verschnupfte Nachwuchs mit in die Offizin genommen wird. Eltern können sich dagegen auf ihren gesetzlichen Anspruch auf Freistellung berufen.

In der Praxis lassen Arbeitnehmer laut Adexa den Nachwuchs meist zu Hause. Kranke Kinder sollten nur im Notfall mit in die Apotheke genommen werden. „Angesichts der Ansteckungsgefahr und dem Kundenverkehr ist das schwierig“, sagt Adexa-Justiziarin Minou Hansen.

Laut Klaus Laskowski, Justiziar beim Bayerischen Apothekerverband (BAV), gibt es keine gesetzliche Regelung für die Mitnahme der kranken Kinder in die Offizin. „Inhaber und Eltern sollten allerdings kritisch prüfen, ob die Mitnahme der Genesung des Nachwuchses nicht doch zuwider läuft.“ Anfragen gebe es dazu sehr selten. Außerdem müsse eine Ansteckungsgefahr für Mitarbeiter und Kunden der Apotheke sicher ausgeschlossen werden, so Laskowski.

Jeder Arbeitnehmer kann sich im Krankheitsfall des Kindes vom Arbeitgeber unbezahlt freistellen lassen. Das ist im Paragraf 45 Absatz 3 des Sozialgesetzbuches V (SGB) geregelt. Demnach kann jedes Elternteil für die Betreuung eines kranken Kindes zehn Tage pro Jahr frei nehmen, maximal für alle Kinder 25 Tage. Bei Alleinerziehenden sind es 20 beziehungsweise 50 Tage pro Jahr. Die Regelung gilt für Kinder bis zwölf Jahren. Einen generellen Anspruch auf Fortzahlung des Gehalts gibt es nicht.
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