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Saarlouis

Brandstiftung: Apotheke kämpft sich zurück

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Berlin -

Brandstiftung in Saarlouis: Nur dank eines beherzten Feuerwehreinsatzes konnte die Glückauf-Apotheke am 11. April gerettet werden. Doch mit den Folgen haben Helen Blaschke und ihr Team bis heute zu kämpfen.

Die Apothekerin hat schon viel erlebt. Seit mehr als 30 Jahren gehört ihr die Apollonia-Apotheke in Saarlouis-Fraulautern, die Glückauf-Apotheke im selben Vorort übernahm sie am 1. August 2016. „Einbrüche sind mir schon oft passiert, jedes Mal habe ich mich danach noch ein bisschen mehr abgesichert. Letztes Jahr hat mich das Landeskriminalamt besucht. Die Spezialisten sagten, mehr könne ich jetzt nicht mehr tun.“

Doch auf den Schreck vom 11. April war sie nicht vorbereitet: „Nachts um halb drei hat mich die Polizei angerufen, um mir die Hiobsbotschaft zu überbringen, dass die Garage in meinem Haus brennt. Vorher habe es eine Explosion gegeben. 30 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Wie mir später erzählt wurde, herrschten im Keller zeitweise Temperaturen bis zu 900 Grad.“ Eine der beiden Hausbewohner war im Urlaub, den anderen musste die Feuerwehr befreien. „Die hätten im Schlaf ersticken können“, sagt Blaschke. Mit viel Mühe konnte verhindert werden, dass der Brand auf die Apotheke und das gesamte Haus übergreift.

Schon in der Nacht zuvor sei in der Garage eingebrochen worden, kurz nach einer Medikamentenlieferung, berichtet Blaschke. „Die Verbrecher nahmen mit, was normalerweise gar nicht läuft, Insulin zum Beispiel. Es sind Arzneimittel im Wert von 500 Euro geklaut worden, das war nicht der Rede wert.“ In der Nacht darauf war die Ware vom Großhandel noch nicht da. Stattdessen erwischte es ihren 20 Jahre alten BMW Z3. „Er wurde aufgebrochen und dann mit Brandbeschleuniger in Flammen gesetzt. Er hatte noch keine 100.000 Kilometer drauf, nächstes Jahr wäre er ein Youngtimer geworden.“

Den Betrieb der Glückauf-Apotheke konnte das Team mit Mühe und Not aufrecht erhalten, wenn auch unter sehr erschwerten Bedingungen. „Das war für uns alle sehr belastend. Die meisten Kunden hatten Verständnis, manche beschwerten sich jedoch über den stechenden Brandgeruch“, erzählt die Apothekerin. „Alles war voller Ruß. Dadurch gingen die Klimaanlage und eine Kasse kaputt, auch die Festplatte unseres Computers konnte nicht mehr wiederhergestellt werden.“

Immerhin habe es noch eine Ersatzkasse gegeben, und dank einer Sicherung konnte noch ein Teil der Daten gerettet worden. „Aber vieles wie die Bestellungen mussten wir von Hand erledigen.“ Für die Beseitigung der Schäden engagierte Blaschke eine Spezialfirma, eine Mitarbeiterin lieh ihrer Chefin eine Luftreinigungsanlage aus. „Erst vor zwei Tagen sind wir halbwegs fertig geworden.“

Den Schaden beziffert Blaschke auf 40.000 Euro. Doch noch seien nicht alle Rechnungen beisammen. „Das kann noch 60.000 bis 70.000 Euro werden. Zum Glück zahlt die Versicherung. Den Vertrag hatte ich gerade 14 Tage vorher unterschrieben.“

Blaschke hofft, dass der Brandstifter so bald wie möglich dingfest gemacht wird. Sonst sei ihr nicht wohl in ihrer Haut: „Ich weiß ja nicht, wer das ist und ob er jetzt zufrieden ist. Solange er nicht gefasst wird, muss ich damit rechnen, dass vielleicht noch einmal etwas passiert.“

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