Die Anwendung von Injektionen wie Ozempic oder Wegovy stellt für Patientinnen und Patienten zu Therapiebeginn mitunter eine Herausforderung dar. In Apotheken wird geholfen – gerne mithilfe von Demogeräten. Eine Apotheke aus Nordrhein-Westfalen kritisiert, dass Novo Nordisk keine weiteren Pens zur Anschauung schicken will. Der Hersteller verweist auf den Außendienst.
In einer Apotheke im Kreis Unna gibt es mehrere Kundinnen und Kunden, die Fertigpens von Novo Nordisk nutzen. Täglich werde über die Anwendung diverser Pens beraten, sagt eine angestellte Apothekerin. Dazu würden mehrere Demogeräte benötigt. Allerdings habe der Kundenservice des Konzerns zu verstehen gegeben, dass keine geliefert werden.
In der Apotheke kommt die Absage nicht gut an. „Wir empfinden das als sehr befremdlich“, sagt die Apothekerin. „Per Mail hatten wir beim Kundenservice von Novo Nordisk um die Zusendung von Demogeräten für diverse Pens wie Flexpen, Ozempic, Wegovy oder Awiqli zur Unterweisung unserer Kunden in die korrekte Handhabung gebeten.“ Dafür habe man beim Hersteller aber keinen Grund gesehen.
Ein Mitarbeiter aus dem Kundenservice habe angerufen und „unmissverständlich“ mitgeteilt, dass Demogeräte für Apotheken nicht zur Verfügung stünden. „Ein Humapen, den wir einmal als Demogerät bestellt hatten, sei das einzige Demogerät für Apotheken.“ Die Zusendung eines weiteren Musters sei nicht möglich, da dieser noch vorhanden sein müsse.
Sollte Erklärungsbedarf bestehen, müssten sich die Patientinnen und Patienten an die entsprechende Arztpraxis wenden. Dort sei jedoch mittwoch- und freitagnachmittags sowie am Samstag niemand zu erreichen. „Wahrscheinlich reicht der Umsatz mit Ozempic und Wegovy nicht aus, um Apotheken Demogeräte kostenlos zur Verfügung zu stellen. Wie erfrischend ist es da, dass uns von Lilly und Viatris bereitwillig Demogeräte zur Verfügung gestellt werden.“
Bei Novo Nordisk rudert man auf Anfrage zurück. „Uns ist bewusst, wie wichtig eine gute Beratung von Patientinnen und Patienten zur Anwendung unserer Pens ist – sowohl in der ärztlichen Praxis als auch in der Apotheke“, sagt eine Konzernsprecherin. Deshalb erhielten Apotheken grundsätzlich Demopens. „Für die meisten unserer Produkte stehen ausreichend Demopens bereit. Apotheken erhalten diese meist im Rahmen der Apothekenschulungen, die wir anbieten.“ Zudem könnten sie bei Bedarf auch Besuch von Kolleginnen und Kollegen aus dem Außendienst anfragen und gemeinsam mit ihnen eine Bestellung von Demopens veranlassen.