Die Gürtelrose-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (Stiko) als Standardimpfung für alle Personen ab 60 Jahren empfohlen. Doch auch jüngere Personen können zulasten der Kasse mit dem Totimpfstoff Shingrix versorgt werden. Eine Genehmigung ist nicht nötig.
Der Gürtelrose-Totimpfstoff ist zugelassen zur Vorbeugung von Herpes zoster und postherpetischer Neuralgie ab einem Alter von 50 Jahren sowie ab einem Alter von 18 Jahren bei erhöhtem Risiko für eine Infektion.
Entsprechend der Zulassung spricht die Stiko die Impfempfehlung aus. Als Standardimpfung wird Shingrix ab einem Alter von 60 Jahren empfohlen. Aber auch für eine Indikationsimpfung für Personen ab 18 Jahren mit einem erhöhten Risiko an Herpes zoster zu erkranken, sprechen die Expert:innen eine Empfehlung aus. Diese gilt für Personen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz, für Personen mit bestimmten Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise systemischer Lupus erythematodes oder deren Therapien sowie für Personen mit schweren Ausprägungen von chronischen Grunderkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Rheumatoider Arthritis oder chronischer Niereninsuffizienz.
Die Impfempfehlung hat die Stiko im November angepasst. Entsprechend wurde diese in die Schutzimpfungs-Richtlinie übernommen. Damit übernehmen die Kassen die Kosten – sowohl für die empfohlenen Alters- als auch Risikogruppen. Apotheken können entsprechende Rezepte für Personen ab 18 Jahren beliefern, sowohl als Individualverordnung als auch für den Sprechstundenbedarf.
Zur Grundimmunisierung werden zwei Dosen Shingrix im Abstand von zwei Monaten verabreicht. Patient:innen, die an Herpes zoster erkrankt sind, sollten erst geimpft werden, wenn die akute Symptomatik der Erkrankung vollständig abgeklungen ist; ein Abstand von mindestens sechs bis zwölf Monaten nach der Erkrankung wird empfohlen.
Der Herpes Zoster-Totimpfstoff ist nun als Fertigspritze erhältlich. Die Fertigspritze kommt mit Luer-Lock-System und kann ohne vorherige Rekonstitution angewendet werden. Damit können Arbeitsabläufe beschleunigt und potenzielle Anwendungsfehler vermieden werden. Die Fertigspritze wird bei 2 bis 8 Grad gelagert und hat eine Haltbarkeit von drei Jahren. Außerhalb des Kühlschranks ist der Impfstoff vor Gebrauch bis zu 72 Stunden bei 8 bis 37 Grad stabil.
Zwei bis drei Tage vor dem Ausbruch fühlen sich die Betroffenen meist schwach und abgeschlagen. Auf der Haut verspüren sie ein Kribbeln oder Jucken oder einen brennenden Schmerz, dessen Ursache nicht sichtbar ist. Erst nach einigen Tagen zeigt sich die Gürtelrose in Form von kleinen mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen. Sie können einzeln oder in Form einer Rosette auftreten und sind von einem roten Hof umgeben. Die Bläschenbildung kann drei bis fünf Tage andauern. Schon die leichteste Berührung kann starke Schmerzen verursachen.
Etwa fünf Tage nach ihrem Erscheinen beginnen die Bläschen zu verkrusten und trocknen aus. Das Virus zieht sich zurück und es können Narben oder eine Pigmentierung zurückbleiben. Zuvor besteht eine hohe Ansteckungsgefahr über die Flüssigkeit.
Achtung: Etwa 10 Prozent der Patient:innen entwickeln eine postherpetische Neuralgie. Auch wenn alle Symptome auf der Haut abgeheilt sind, leiden die Betroffenen unter starken Schmerzen. Diese treten an der Stelle auf, an der die Gürtelrose zuvor auf der Haut sichtbar war.
Besteht der Verdacht auf eine Gürtelrose, sollte schnellstmöglich gehandelt und ein Arzt aufgesucht werden. Mittel der Wahl sind Virustatika, die bereits nach Möglichkeit vor dem Auftreten der ersten Bläschen verabreicht werden sollten. Zur Wahl stehen Aciclovir, Valaciclovir, Famciclovir sowie Brivudin. Sind die Bläschen schon mehr als drei Tage auf der Haut ausgebildet und wird erst dann mit der Behandlung begonnen, ist die Wirksamkeit möglicherweise nicht mehr gegeben.
Dosiert wird in Abhängigkeit vom Wirkstoff. Brivudin muss nur einmal täglich eingenommen werden, Aciclovir hingegen je nach Wirkstärke bis zu fünfmal täglich. Valaciclovir soll dreimal täglich geschluckt werden. Gegen die starken Nervenschmerzen können nicht steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder auch Novaminsulfon, Gabapentin sowie Pregabalin Anwendung finden.
Zur lokalen Behandlung haben sich Lösungen und Salben mit austrocknendem und lokalanästhetischem Effekt bewährt. Häufig kommt eine Kombination aus Polidocanol, Talkum und Titandioxid als Schüttelmixtur zum Einsatz. Sie soll vor allem den Juckreiz mindern. Sind die Blasen verkrustet und heilt die Wunde ab, können Präparate zur Wundpflege, Regeneration und Narbenpflege aufgetragen werden.
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