„Amazon muss den Schalter nur umlegen“

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ADHOC: Was könnte Google besser machen?
SCHMIDT: Digitalisierung bedeutet Vereinfachung: Man muss kein neues Produkt erfinden, um im Internet Geschäfte zu machen. Man muss dafür sorgen, dass der Kunde schneller und besser an Informationen und Ware kommt. Die Unternehmen, die das verinnerlicht haben, sind die erfolgreichsten im Netz.

ADHOC: Das heißt für den Gesundheitsbereich?
SCHMIDT: Arzneimittel sind klein und leicht, haben Standardformate und geringe Retourenquoten. Das Sortiment ist überschaubar und überall gleich. Damit sind sie prädestiniert für den Versandhandel, die Zustellung durch einen Kurier oder bald auch die Lieferung per Drohne.

ADHOC: Sie brechen eine Lanze für den Versandhandel?
SCHMIDT: Ich breche keine Lanze für irgendwen. Ich versuche Ihnen zu erklären, dass es ein Trugschluss ist zu glauben, die Digitalisierung würde an einem vorüberziehen. Wenn ein Verbraucher eine Information braucht, geht er ins Netz – egal um was sich handelt. 55 Prozent der Recherchen nach Produkten beginnen heute nicht bei Google, sondern auf Amazon. Und wer erst einmal da ist, der wird bei guten Angeboten auch zugreifen. Die Schuhhändler haben lange geglaubt, ihre Branche würde verschont werden, weil ihr Sortiment zu speziell ist. Heute ist das Geschäft zu einem großen Teil ins Netz abgewandert. Bekleidung kann man online nicht anprobieren – und trotzdem ist sie heute die am schnellsten wachsende Kategorie im Versandhandel.



Schmidt ist Keynote-Speaker bei VISION.A, der Digitalkonferenz von APOTHEKE ADHOC und Apotheken Umschau am 22. März in Berlin. Die Veranstaltung mit dem Who's Who der Apotheken- und Pharmabranche widmet sich dem digitalen Wandel in Pharma & Apotheke. Rund 450 Gäste werden im RADIALSYSTEM V erwartet. Weitere Informationen und Tickets: vision.apotheke-adhoc.de

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