Laborwürfel misst Corona-Antikörper – und Vitamin D

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Berlin - Nicht bei allen Menschen kommt es zu einer starken Immunreaktion nach der Impfung. Ein direkter Zusammenhang zwischen Impfreaktionen und Impfschutz besteht nicht, dennoch stellen sich viele die Frage, wie stark dieser denn nun ausgefallen ist. Doch auch seitens der Mediziner liefert die Antikörperbestimmung wichtige Informationen, beispielsweise wann eine erneute Auffrischimpfung ansteht. Um den Prozess zu beschleunigen und die Labore zu entlasten, steht nun ein mobiles Gerät zur Bestimmung der neutralisierenden Antikörper zur Verfügung. Da Kapillarblut zur Durchführung ausreicht, könnten auch Apotheken die Bestimmung vornehmen.

Die Frage nach den Antikörpern stellte sich schon zu Beginn der Pandemie. Im Frühjahr vergangenen Jahres gab es die ersten Antikörpertests, die mittels Kapillarblut bestimmen sollten, ob Antikörper vorliegen oder nicht. Durchgesetzt haben sich diese In-vitro-Diagnostika nicht: Von der Verwendung wurde aufgrund der schlechten Aussagekraft abgeraten. Auch die Aufnahme ins Drogeriesortiment konnte den Verkauf nicht dauerhaft ankurbeln.

Doch mit fortschreitenden Impfungen rückt das Thema erneut in den Fokus. Nicht nur die Impflinge, sondern auch Mediziner:innen können von sicheren Antikörperbestimmungen profitieren. Denn die Anzahl der neutralisierenden Antikörper (NAb) gibt Auskunft darüber, wie gut die Impfung angeschlagen. Mit der Zeit kann der Impfschutz auch wieder absinken. Eine wiederholte Antikörperbestimmung kann Aufschluss über die Dauer des Impfschutzes geben.

Vom Labor in die Praxis oder Apotheke

Eine aussagekräftige Bestimmung der Antikörper war bislang nur mittels Vollblutprobe und Laboranalyse möglich. Nun hat ein Freiburger Familienunternehmen ein mobiles Gerät entwickelt. Der Vorteil ist neben der flexiblen Nutzung die Zeitersparnis: Das Gerät der Firma Concile bestimmt die neutralisierenden Antikörper binnen 15 Minuten. So können Hausärztinn:en, aber auch die Pfleger:innen im Krankenhaus schnell eine quantitative Bestimmung des Antikörpertiters vornehmen.

Dadurch, dass der Anwender entscheiden kann, ob Kapillar- oder Vollblut zur Analyse genutzt wird, wäre auch ein Einsatz in der Offizin möglich. „Die Titerbestimmung ist insofern interessant, dass im Moment niemand sagen kann, welcher Titer noch eine ausreichende Immunantwort auslöst. Was man weiß, nach 14 Tagen ist der Impfschutz bei Biontech hoch. Der dann ermittelte Wert bietet also einen ausreichenden Impfschutz“, informiert eine Sprecherin des Unternehmens.

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