Kontingentierung

Januvia: Ein Engpass, zwei Begründungen APOTHEKE ADHOC, 11.08.2017 08:05 Uhr

Berlin - Leere Fächer sorgen in den Apotheken immer wieder für Ärger, Unmut und Unverständnis. Gründe gibt es viele und genauso viele werden auch kommuniziert. Im Falle von Januvia (Sitagliptin, MSD) werden Kontingentierung und ein Hacker-Angriff für die Lücken in den Regalen verantwortlich gemacht.

Januvia defekt! Eine Tatsache, die einen Apotheker aus Nordrhein-Westfalen verärgerte. Über den Großhandel konnte er keine Ware beziehen – benötigt waren die Stärken 25 mg, 50 mg und 100 mg zu je 98 Tabletten. Über die vollversorgenden Großhändler ist die Ware „schon lange nicht lieferbar“, so der Apotheker.

Einzige Möglichkeit die Kunden zu versorgen, ist die Bestellung im Webshop. MSD bietet Januvia bei Pharma-Mall zur Bestellung an. Versorgt werden kann dann nicht am gleichen Tag, wie bei der Großhandelsbestellung üblich, sondern binnen zwei bis drei Werktagen. Einen weiteren Haken hat die Order noch: „MSD hat für Januvia das MSV-3-Verfahren nicht freigeschalten“, so der Apotheker. „Wenn sie sich dazu entschlossen haben, den Großhandel nicht ausreichend zu beliefern, dann sollten sie es aber nicht so kompliziert machen“, beschwerte er sich beim Hersteller.

Der Ärger summierte sich, nachdem der Apotheker versuchte im Webshop zu bestellen und eine wahre Odyssee begann. Kundennummer-Daten stimmten laut Pharma-Mall nicht und laut MSD doch – nach unzähligen Gesprächen und dem Mitteilen der Kundennummer von MSD an den Webshop konnte der Apotheker dann doch bestellen. Ein Zeitaufwand, der nicht nur Nerven sondern vor allem Arbeitszeit kostet. Ein erheblicher Aufwand, den die Apotheken leisten müssen, um an die Ware zu kommen. „Ich bin es langsam leid.“

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