Ärger um Pachtvertrag

Hat der Apotheker die Apotheke geklaut? Alexander Müller, 08.01.2019 09:51 Uhr

Berlin - Die Witwe des früheren Inhabers ist verstorben, ihr Sohn will die Apotheke an den pachtenden Apotheker verkaufen. Doch man findet beim Kaufpreis nicht zueinander. Als das Regierungspräsidium Druck macht, zieht der Inhaber die Notbremse und eröffnet eine neue Apotheke – 80 Meter vom alten Standort entfernt. Jetzt streiten die Parteien vor Gericht darüber, ob es sich um eine Neugründung handelt oder die Apotheke umgezogen ist.

Vor fast genau zehn Jahren, im Januar 2009, verstarb Apotheker Dr. Harald Adam. Seine Markt-Apotheke im baden-württembergischen Phillipsburg führte er bis zu seinem Tod. Als Pächter übernahm Dr. Steffen Hauth die Apotheke im Oktober für netto 5000 Euro monatlich zuzüglich 4500 Euro für die Miete der Räumlichkeiten. Der Vertrag wurde auf zehn Jahre geschlossen. Doch im Mai 2017 verstarb auch Heidi Adam, das Pachtverhältnis konnte danach übergangsweise nur noch ein Jahr bestehen bleiben.

Hauth hatte Vorkaufsrecht und wollte die Apotheke auch übernehmen. Also traf man sich zu Verkaufsverhandlungen, die Vorstellungen lagen jedoch deutlich auseinander. Da sich der Alleinerbe und der Apotheker nicht einmal auf einen Gutachter einigen konnte, holte jede Seite ein eigenes Gutachten ein. Das brachte zumindest eine Annäherung: Adams Seite kam auf 520.000 Euro, die Treuhand hatte für Hauth einen Preis von 400.000 Euro errechnet.

Der Apotheker schlug vor, sich bei 460.000 Euro in der Mitte zu treffen. Bei einem Termin Mitte Dezember 2017 saß die Apobank schon mit am Tisch. Adams Steuerberater hatte aber nach der sogenannten Bargeldmethode zwischenzeitlich einen Betrag von 850.000 Euro ins Spiel gebracht. Es gab also wieder kein Ergebnis, im neuen Jahr wurde der Schriftverkehr über Anwälte fortgesetzt.

Dann kam Druck von außen: Anfang März schrieb das Regierungspräsidium an Apotheker Hauth, dass die Statusänderung von Pacht und Eigentum bis spätestens Mitte April vorliegen müsse, weil die Apotheke sonst zum 1. Juni schließen müsse. Da er nach eigenen Angaben zu diesem Zeitpunkt weder Kauf- noch Mietvertrag vorliegen hatte, sah sich Hauth nach Alternativen um und wurde bei einem stillgelegten Schleckermarkt in der Nähe fündig.

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