Apotheken dürfen nicht an Privatärzt:innen liefern

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Berlin - Kurz vor der dem Start der Belieferung der Praxen mit Corona-Impfstoff gibt es eine Änderung: Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat die Belieferung privatärztlicher Praxen mit Corona-Impfstoffen durch Apotheken vorerst gestoppt. Das teilte die Abda mit. Im ersten Schritt sollen die Vakzine nur an Mediziner:innen gehen, die zulasten der GKV abrechnen dürfen. Die Bestellungen dürfen außerdem nicht gebündelt werden.

Die Vorgabe soll in der ab heute geltenden neuen Allgemeinverfügung des BMG geregelt sein. Das Ministerium informierte gestern über die Änderung der Corona-Impfverordnung (CoronaImpfV), die keine Beschränkung der Arztpraxen vorsieht. Apotheken dürfen demnach keine anderen Bestellungen als von Vertragsärzten beliefern. Die Vorgabe bezieht sich auf die KW 14, also die Woche nach Ostern. Ein Zuwiderhandeln stellt nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) eine Ordnungswidrigkeit dar.

Der Impfstoff muss laut Abda von der Apotheke gleichmäßig auf die Vertragsärzte verteilt werden, die in der Apotheke bestellt haben, jedoch aufgrund der Kontingentierung nicht die bestellte Menge erhalten haben. „Wichtig ist auch, dass Arztpraxen nicht unaufgefordert mehr Impfdosen erhalten, als sie bestellt haben.“ Davon betroffene Ärzte seien von der Apotheke unverzüglich über die Änderungen zu informieren, da dies für die Terminvergabe wichtig sei.

Apotheken, die die Umverteilung nicht stemmen könnten, sollten sich an ihren Großhandel wenden, empfiehlt die Abda. Das Verfahren, das für die Bestellungen in dieser Woche anzuwenden sei, sei mit dem Großhandelsverband Phagro und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) abgestimmt. „Ab sofort dürfen Apotheken auch keine Bestellungen von Ärzten annehmen, die nicht Vertragsärzte sind.“

Zudem weist die Abda darauf hin, dass die Bestellung der Covid-19-Impfstoffe beim Großhandel jeweils nur als Einzelaufträge abgegeben werden dürfen. „Die Apotheken sollen die Covid-19-Impfstoffe jeweils arztbezogen als Einzelauftrag bestellen, das heißt für jede Bestellung eines Vertragsarztes wird ein eigener Auftrag ausgelöst.“ Der Hintergrund: Der Großhandel müsse mit Blick auf die faire Verteilung der Impfstoffe wissen, wie viele Ärzte insgesamt bestellen.

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