Elisabeth-Apotheke muss Namen ändern | APOTHEKE ADHOC
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Elisabeth-Apotheke muss Namen ändern

, Uhr
Berlin -

An diesem Wochenende wird die Elisabeth-Apotheke in Hamm-Backing umgebaut. Sie erhält wieder einmal einen neuen Namen. Seit der Gründung der altehrwürdigen Anne-Apotheke im Jahr 1702 ist das schon sehr oft notwendig geworden – seit längerer Zeit allerdings nicht mehr.

„Sie war schon eine sehr besondere Frau“, sagt Inhaberin Maria Wächter, als sie das Bild von Queen Elisabeth II. hinter dem HV-Tisch abhängt. „Einmal hat sie uns sogar hier besucht, wir haben stundenlang den Knicks geübt“, erinnert sich die Apothekerin. „Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, dass sie nicht mehr unsere Königin ist.“

Denn aufgrund irgendeines sehr sehr alten Dokuments gehört die (nun bald ehemalige) Elisabeth-Apotheke seit vielen Generationen zum britischen Könighaus und ist vertraglich verpflichtet, immer den Namen des aktuellen Regenten zu führen. Georg-Apotheke, Wilhelm-Apotheke, Victoria-Apotheke. In den vergangenen 70 Jahren war bekanntlich keine Umfirmierung notwendig, die drei Inhaber vor Apothekerin Wächter kamen nicht in den Genuss.

Draußen werden gerade die Leuchtbuchstaben abgeschraubt. „Charles-Apotheke finde ich auch ganz schön“, sagt Wächter. Hinter vorgehaltener Hand gibt sie zu, dass sie mit dem Gedanken gespielt hat, gleich zu William-Apotheke zu wechseln – immerhin ist der neue Regent selbst nicht mehr der Jüngste und so ein Namenswechsel kostet ganz schön viel Geld... Nachdem ein Twitter-User den Tod Elisabeths auf den Tag genau vorhergesagt hat, nur um dann das in mittelferner Zukunft anstehende Ableben ihres Nachfolgers etwas pietätlos ebenso ins Netz zu orakeln, ist sie verunsichert.

Wir wiederum sind uns sicher, dass Sie sich freuen, nicht nur ÜBERALL SONST über die Queen zu lesen, sondern auch im Wochenrückblick Ihres Lieblingsfachdienstes ROYAL ADHOC. Schönes Wochenende!

Ach so, der Rückblick: Wenn Sie bei VISION.A in Berlin waren, brauche ich Ihnen nichts mehr zu erzählen, sie haben alles Wichtige der Woche entweder im Kino International oder im Livestream miterlebt. Für die kleine Minderheit, die so leichtsinnig war, sich das entgehen zu lassen: 1. Shame on you, the King is not amused. 2. Wir haben viel mitgeschrieben und die Kameras laufen lassen. Schauen Sie in unserem Youtube-Kanal vorbei oder wählen Sie das Spezial VISION.A auf der ADHOC-Homepage.

Mein persönliches Highlight war der „Gladiatorenkampf“ (O-Ton Leyck Dieken) zwischen dem Gematik-Boss himself und Flüpke vom Chaos Computer Club. Letzterer verlieh dem E-Rezept in punkto IT-Sicherheit nämlich das Testurteil „Nicht so geil“, was nur eine Note über „In die Tonne treten und neu machen“ ist.

Leyck Dieken parierte, dass man den Menschen auch einen Rest Eigenverantwortung über sich und ihre Daten zugestehen müsse und ein System mit vier bis vierhundert Schlüsseln zwar sicher, aber eben auch unbrauchbar sei. Und überhaupt: Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) vertraut den Apotheker:innen und sofern das zu Unrecht geschieht, soll künftig E-sanktioniert werden. Erstmals und hoffentlich nicht zum letzten Mal zu Besuch bei unserer Zukunftskonferenz war Abda-Präsidentin Gabriele Overwiening. Eine Botschaft: Mit der Kassenabschlag-Nummer kommt Lauterbach nicht durch. Eine andere: Das mit dem E-Rezept wird nicht so schnell gehen.

Spontan mit ins VISION.A-Programm genommen haben wir das Noventi-Desaster. Den Podcast gibt es hier zum Nachhören oder Anschauen. Die Meldung vom Montag, dass CEO Dr. Sommer und Finanzchef Castro nicht einmal mehr ihren Hut mitnehmen durften, als sie vom Hof gejagt wurden, hat die Branche erschüttert. Die neue Doppelspitze Böhm&Steimel versichert: „Die Rente ist sicher.“ Und Noventi behauptet bei LinkedIn frech, ich hätte das versichert.

Was ich versichern kann: Im Notdienst erlebt man die besten Geschichten. Zum Beispiel, dass der Bereitschaftsdienst die Rx-Abgabe ohne Rezept empfiehlt. Noch eine Gewissheit, die ihrem numerischen Stumpfsinn ungeachtet erstaunlich oft repetiert wird: „Die Zahl der eingelösten E-Rezepte steigt immer weiter an.“ Ja wie soll sie auch sinken?! Es sind jetzt jedenfalls >200.000 E-Rezepte. Drei Haare auf dem Kopf sind relativ wenig. Drei Haare in der Suppe sind relativ viel. Die Digitalisierung ist tot, es lebe die Digitalisierung! Nochmal: Schönes Wochenende!

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