Zyto-Pfusch

ABDA: Falsche Anreize für Apotheken dpa/APOTHEKE ADHOC, 12.09.2017 15:29 Uhr

Berlin - Als Konsequenz aus dem Bottroper Skandal um gepanschte Krebsmedikamente fordern die Apothekerverbände ein anderes Vergütungsmodell für die hoch spezialisierten Apotheken. Künftig dürfe nur noch die Herstellung solcher Mittel vergütet werden, forderte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt.

Geld sollten die sogenannten Schwerpunktapotheken für Krebspatienten „nur noch für tatsächlich erbrachte Leistung“ bekommen und nicht mehr für die Wirkstoffe. Bei der Honorierung der Produktion würden „falsche Anreize gesetzt“.

Ein wegen Betrugs angeklagter Bottroper Apotheker soll in mehr als 60.000 Fällen Krebsmedikamente massiv verdünnt und die Krankenkassen dabei um 56 Millionen Euro geprellt haben. Mehr als 1000 Krebspatienten sollen betroffen sein. Der beschuldigte Apotheker sitzt in Untersuchungshaft. In den spezialisierten Apotheken müsse es „gezielte Kontrollen“ geben, sagte Schmidt. „Aber auch das dahinterliegende Vergütungsmodell muss insgesamt geändert werden.“

Betroffene des Zyto-Skandals haben vor wenigen Tagen am frühen Abend vor der Alten Apotheke in Bottrop demonstriert. Zu dem Protestmarsch durch die Fußgängerzone aufgerufen hatte Heike Benedetti. Auch die 56-Jährige könnte im Rahmen ihrer Krebsbehandlung gepantschte Zyto-Rezepturen erhalten haben und wünscht sich mehr Transparenz bei der Aufklärung.

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