Wahlkampf in Großbritannien

Corbyn: „Johnson verkauft den NHS an Big Pharma“ Tobias Lau, 20.11.2019 13:59 Uhr

Berlin - Großbritannien ist im Wahlkampf und wie so oft spielt das Nationale Gesundheitssystem NHS darin eine zentrale Rolle. Beim ersten TV-Duell der beiden Spitzenkandidaten hat Oppositionsführer Jeremy Corbyn seinem Kontrahenten Boris Johnson nun vorgeworfen, er plane in Anschluss an den Brexit einen Ausverkauf des NHS an US-Unternehmen. Es gebe Dokumente, die das belegen.

Die Briten sind des Brexits müde und Johnson war das Amt des Premierministers mit dem Versprechen angetreten, endlich zu liefern. Großbritannien werde am 31. Oktober aus der EU austreten – er wolle „lieber tot im Graben liegen“ als den Austritt ein weiteres Mal zu verschieben, so Johnson im September. Mitte November ist Großbritannien immer noch EU-Mitglied und erwartet die vorgezogenen Neuwahlen am 12. Dezember, die Johnson ausgerufen hat.

Montagabend stand der Tory-Premier deshalb seinem Labour-Herausforderer Jeremy Corbyn bei einem TV-Duell gegenüber. Johnson konnte dabei weniger punkten, als im Vorfeld angenommen wurde – nicht zuletzt, weil Corbyn sich weniger auf Johnsons Brexit-Kurs als vielmehr auf Sachthemen wie das Gesundheitswesen einschoss. Beides ist allerdings in den vergangenen Jahren nur schwer zu trennen. Der chronisch unterfinanzierte und krisengebeutelte NHS hatte nämlich beim Brexit eine zentrale Rolle gespielt. Die Fraktion der Befürworter hatte im Refrendumswahlkampf stets damit argumentiert, das Geld, das Großbritannien an die EU bezahlt, zur Verbesserung des Gesundheitssysstems zu nutzen. Johnson war damals landauf, landab mit einem roten Wahlkampfbus unterwegs, auf dem in großen Lettern prangte: „Wir schicken der EU 350 Millionen Pfund pro Woche. Lasst uns stattdessen den NHS finanzieren.“

Dass die Zahl von 350 Millionen Pfund stark übertrieben war, gab Kampagnenführer Nigel Farage just am Tag nach dem Referendum unumwunden zu, die Debatte um die Zukunft des NHS hält indes an. Montagabend rückte Corbyn das Thema in den Mittelpunkt und sorgte damit für ein heftiges Wortgefecht zwischen dem Konservativen und dem Altlinken.

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