Apotheke in Pettstadt schließt

Warten auf ein Weihnachtswunder APOTHEKE ADHOC, 13.12.2018 14:57 Uhr

Berlin - Kurz vor Weihnachten ist Schluss: Am 21. Dezember schließt die Mainberg-Apotheke in dem 2000-Einwohner-Ort Pettstadt in Oberfranken. Nach 17 Jahren möchte die Apothekerin in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Der Bürgermeister kämpft um eine neue Apotheke – es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

„Wir wissen es erst seit drei Wochen, seitdem habe ich mit verschiedenen Apothekern gesprochen, da herrscht leider keine Bereitschaft, die Apotheke zu übernehmen“, sagt Jochen Hack, Erster Bürgermeister (Freie Wählergemeinschaft). Alle Bemühungen von Apothekerin Gudrun Gliß, einen Nachfolger zu finden, scheiterten ebenfalls. Die Mainberg-Apotheke hatte insgesamt 38 Jahre geöffnet.

Besonders für die Senioren, die in Pettstadt leben, ist das Ende der Apotheke eine schlechte Nachricht. Wenn sie Medikamente brauchen, müssen sie künftig nach Bamberg, Frensdorf oder Hirschaid fahren – das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs ist allerdings bescheiden. Die nächstgelegene Apotheke gibt es in Frensdorf, das rund fünf Kilometer entfernt liegt. „Es wird Lösungen geben“, verspricht Bürgermeister Hack, „es gibt bereits Fahr- und Helferdienste. Wir liegen stadtnah, Bamberg ist zum Beispiel nicht allzu weit weg.“ Für jemanden, der kein Auto hat und aus Altersgründen vielleicht nicht mehr so mobil ist wie früher, ist jedoch auch das eine Hürde. Die Helferdienste sollen deshalb künftig ausgebaut werden. „Es ist nicht so, dass die Menschen nicht mehr an Medikamente kommen. Aber die Schließung der Apotheke ist wie ein Baustein, der wegbricht.“

Die Immobilie im kleinen Ärztehaus, in dem es einen Zahnarzt und einen praktischen Arzt gibt, ist schon zur Weitervermietung ausgeschrieben. „Derzeit finden Besichtigungen statt“, sagt Hack. Entscheidet sich ein Interessent einer anderen Branche kurzfristig, ist die Apotheke in Pettstadt wohl verloren. So ist die Suche nach einem neuen Apotheker ein Wettlauf gegen die Zeit. „Es wäre ein Glücksfall, wenn sich so schnell jemand fände“, sagt Hack. Ein Weihnachtswunder, sozusagen.

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