Notstand im Emsland

25.000 Euro Starthilfe für Apotheker

Silvia Meixner, 17.10.2017 14:57 Uhr

Berlin - Die Gemeinde Börger im Emsland macht 25.000 Euro locker, um einen Apotheker für die seit August verwaiste Hümmling-Apotheke zu finden. Die bestehende Rezeptsammelstelle ist eine hübsche Idee. Aber bestenfalls eine Notlösung. Die Bürger von Börger wollen nicht ohne Apotheke sein.

Geht nicht, gibt‘s nicht, scheint in dieser 2800-Einwohnergemeinde Niedersachsens die Devise zu sein. Gemeindedirektor Johannes Müller (SPD) hat ein klares Ziel vor Augen: „Die Rezeptsammelstelle kann aus unserer Sicht nur eine Interimslösung sein. Die Bürger können es nicht nachvollziehen, warum es keine Apotheke gibt.“ Er ist zuversichtlich, dass Börger eine wirtschaftlich lohnenswerte Destination ist: „Wir haben hier zwei Hausärzte, zwei Zahnärzte und eine Altenpflegeeinrichtung.“ Die nächstgelegene Apotheke befindet sich neun Kilometer entfernt in Sögel.

Natürlich kennt Müller die Probleme einer Landapotheke und die Sorgen der Branche. Partiell unbefriedigende Umsatzzahlen, die Bedrohung durch den Online-Handel, die Vorliebe junger Pharmazeuten für die Großstadt. Über ein Jahr lang suchte der bisherige Apotheker erfolglos nach einem Nachfolger. Dann schloss er sein seit Jahrzehnten bestehendes Unternehmen. Die weißen Rollläden der Hümmling-Apotheke sind derzeit heruntergelassen, die Geschäftsräume geschlossen.

Die Hümmling-Apotheke könnte sofort wiedereröffnen, aber niemand mochte sie bisher wachküssen. Deshalb kam man im Gemeinderat auf die Idee mit den 25.000 Euro Starthilfe: „Das ist als Bonbon zu verstehen“, sagt Müller.

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