Metoprolol-Galenik

Succinat, Tartrat, ZOT, NK, retard: Alles O.K.? Deniz Cicek-Görkem, 20.07.2018 13:49 Uhr

Berlin - Von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland mehrere Millionen Menschen betroffen. Oft müssen Betroffene für die Therapie mehrere Medikamente einnehmen. Häufig kommt dabei der Betablocker Metoprolol zum Einsatz. Doch der Schnelldreher in der Apotheke kann mit den zusätzlichen Angaben wie „ZOT“, „NK“ und „O.K.“ auf der Verpackung schnell für Unklarheiten sorgen. Außerdem können die beiden Salz-Verbindungen irritieren, da sie bei unterschiedlichen Indikationen eingesetzt werden können. Bei der Beratung ist es deshalb nützlich, Informationen zu Galenik, Retardierung und Indikation parat zu haben. Alles Wichtige haben wir für euch auch in einen Download gepackt, den ihr euch jetzt im LABOR herunterladen könnt!

Die selektiven Inhibitoren der β1-Adrenorezeptoren sind seit vielen Jahren die therapeutisch bedeutsamste Gruppe unter den Betarezeptorenblockern mit einem Verordnungsanteil von mehr als 90 Prozent. Führender Wirkstoff ist weiterhin Metoprolol, das im Jahr 2016 mit 888,1 Millionen Tagestherapiedosen (DDD) der am häufigsten verordnete Betablocker in Deutschland war. Generika haben mehr als 95 Prozent der Verordnungen erreicht, das früher am häufigsten verordnete Originalpräparat „Beloc“ ist weiter zurückgefallen.

Metoprolol ist in zwei Salz-Formen auf dem Markt erhältlich. Zum einen gibt es den Arzneistoff als „Succinat“, das ist das Salz der Bernsteinsäure (Butandisäure). Die andere Variante ist das „Tartrat“, das Salz der Weinsäure (2,3-Dihydroxybutandisäure). Da sich die molaren Massen der Salze voneinander unterscheiden, resultieren für die Metoprolol-Salze dementsprechend auch unterschiedliche Angaben für die Masse pro Stoffmenge (Metoprolol-Succinat: 383,45 g/mol; Metoprolol-Tartrat: 415,45 g/mol). Aus diesem Grund entsprechen 95 mg Metoprolol-Succinat 100 mg Metoprolol-Tartrat.

Die schnell-freisetzende Form von Metoprolol-Tartrat ist zugelassen bei arterieller Hypertonie, koronarer Herzkrankheit, hyperkinetischem Herzsyndrom (funktionelle Herzbeschwerden), tachykarden Herzrhythmusstörungen, zur Akutbehandlung des Herzinfarkts und Reinfarktprophylaxe sowie bei der Migräneprophylaxe. Maximale Plasmaspiegel werden bei dieser Form innerhalb von 1,5 bis 2 Stunden erreicht.

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