Zusammenhang zwischen Betablockern und Parkinson?

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Berlin -

Seit einiger Zeit stehen Betablocker im Verdacht, das Risiko für Morbus Parkinson zu erhöhen. Die Studienlage ist derzeit jedoch noch kontrovers – mögliche Zusammenhänge werden erforscht. Bisherige Ergebnisse wurden im Fachjournal „Lancet Neurology“ zusammengefasst.

Betablocker gehören zur Gruppe der Antihypertonika. Die Wirkungen beruhen auf dem kompetitiven Antagonismus an den Beta-1- und Beta-2-Rezeptoren. Dort verdrängen sie die Neurotransmitter Noradrenalin und Adrenalin und hemmen deren aktivierende und stimulierende Effekte. Sie senken den Blutdruck und die Herzfrequenz, indem sie peripher gefäßverengend wirken. Außerdem haben sie antiarrhythmische Eigenschaften, entlasten das Herz und reduzieren den Sauerstoffverbrauch des Herzens.

Beobachtungsstudien ergaben einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Langzeittherapie mit Betablockern und der Entstehung von Parkinson. Die langfristige Einnahme von Medikamenten, die die Beta-Rezeptoren aktivieren – den sogenannten „Beta-Agonisten“ – war zudem mit einem vermin­der­ten Parkinson-Risiko verbunden. Eine zellbiologische Arbeit gab außerdem Hinweise darauf, dass Propranolol die Produktion von α-Synuclein hochreguliert. Aus anderen Studien ist bekannt, dass eine höhere Menge an α-Synuclein zu häufigerem Auftreten von Parkin­son führt.

In der Publikation wird jedoch davor gewarnt aufgrund dieser Ergebnisse aus Sorge vor einer Parkinson-Erkrankung die Medikation abzusetzen. Denn Beobachtungsstudien können meist keine Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge nachweisen. Die Zusammenhänge könnten den Forschern zufolge auch durch statistische Verzerrungen und Störfaktoren entstanden sein. Denn sobald Patienten mit Tremor ausgeschlossen wurden, war das erhöhte Risiko in der Studie nicht mehr nachweisbar.

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