AMK empfiehlt pharmazeutische Bedenken

Metoprolol: Unangenehmer Geruch senkt Therapietreue

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Berlin -

Die Arzneimittelkommission (AMK) erhält vermehrt Meldungen über schlecht riechendes Metoprolsuccinat der Firma Aliud. Die Spontanberichte aus Apotheken beziehen sich vor allem auf die Wirkstärke 95 mg der Retardtabletten.

In den Jahren 2013 bis 2020 erhielt die AMK nur eine einzelne Meldung über Geruchsabweichungen bei dem Betablocker. In diesem Jahr erreichten die Kommission bis Ende Juni 18 Meldungen – 17 von ihnen bezogen sich auf Metoprololsuccinat AL 95 mg. Da der Hersteller die Bulkware der betroffenen Chargen überprüft hat und keinen unangenehmen Geruch feststellen konnte, geht er davon aus, dass die Ursache die Kunststoff-Aluminium-Formfolie für die Verblisterung ist. Diese sei bei allen gemeldeten Fällen identisch.

Die AMK informiert, dass Tests bestätigen, dass die Geruchsquelle die Verblisterung ist. Der Folienhersteller führte einen sensorischen Test durch. Im Ergbenis zeigt sich eine Geruchsentwicklung durch den Kunststoffanteil der Folie. Dieser Geruch scheint von den Tabletten – genauer gesagt von der enthaltenen Cellulose – angenommen zu werden. Weitere Untersuchungen dauern noch an.

Die Wahrnehmung von Gerüchen ist subjektiv. Die meisten Betroffenen beschreiben ihn als chemisch, knoblauchartig oder ranzig. Patient:innen, die Metoprolol von Aliud einnehmen, sollen über die mögliche Geruchsveränderung der Tabletten hingewiesen werden. Gleichzeitig sollen Apotheker:innen und PTA über die Risiken des eigenmächtigen Absetzens informieren.

Führt der Geruch zur verminderten Compliance, so kann der/die Apotheker:in von pharmazeutischen Bedenken Gebrauch machen. Die AMK empfiehlt den Hinweis „Geruch/Non-Adhärenz“ geltend zu machen.

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