Mit der Umsetzung des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) sollen zu den bisherigen fünf pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) weitere fünf hinzukommen, die die Apotheken abrechnen können. Aber was bringen die Leistungen wirklich? Ein Überblick.
Bis die neuen pDL in den Apotheken angeboten und abgerechnet werden können, muss noch Vorarbeit geleistet werden. Zunächst soll die Bundesapothekerkammer (BAK) innerhalb von zwei Monaten nach Inkrafttreten auf wissenschaftlicher Grundlage Standardarbeitsanweisungen (SOPs) erarbeiten.
Anschließend sind Vereinbarungen zwischen der maßgeblichen Apothekerorganisation und dem GKV-Spitzenverband, unter Einbeziehung der PKV, zu treffen – insbesondere zu Voraussetzungen, Vergütung, Dokumentation und Abrechnung. Dafür haben die Akteure vier Monate ab Verkündung Zeit. „Erst nach Abschluss dieser Schritte ist eine vollständige praktische Umsetzung der entsprechenden Leistungen möglich“, erklärt der Landesapothekerverband (LAV).
Bis dahin werden in vielen Apotheken die bisher üblichen pDL angeboten. So wie in den MediosApotheken in Berlin. Aber wie sehen die konkreten Kennzahlen aus der Praxis aus, auch im Hinblick auf die Umsetzungsquoten? „Im vergangenen Jahr haben wir in der Hauptapotheke insgesamt 114 pDL abgerechnet bekommen“, erklärt Liesa Steffin, Apothekerin und Teamleiterin.
„Durch eine interne pDL-Challenge mit unseren anderen Standorten haben wir in der Hauptapotheke schon im ersten Quartal dieses Jahres den Wert vom letzten Jahr getoppt“, freut sie sich. So konnte man sich im Vergleich zum ersten Quartal 2025 mit etwa 35 pDL, mit 90 abgerechneten pDL um knapp 160 Prozent steigern.
Zum Einfluss auf Umsatz und Kundenbindung sagt sie: „Die Kunden, die diesen Service annehmen, sind meist schon Stammkunden und werden durch die pDL nochmal extra gebunden.“ So könne man teilweise auch neue Kunden binden. „Wir begeistern mit unserem Wissen“, so Steffin. „Viele sind dankbar, dass man sie ernst nimmt, ihre Medikation überprüft und unaufdringliche Empfehlungen ausspricht.“
Die Kundinnen und Kunden kaufen zwar dadurch nicht unbedingt mehr in der Apotheke, da es ja vor allem um verschreibungspflichtige Arzneimittel gehe. „Aber sie fühlen sich bei uns gut aufgehoben und gehen nicht woanders hin“, betont Steffin. „Daher kann man mit den pDL nichts verlieren, sondern eher an Ansehen gewinnen.“ Die Vor-Ort-Apotheke werde somit gestärkt. „Es zeigt, was wir schon lange tun – nämlich über Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Adhärenz beraten – und nun dürfen wir es auch abrechnen“, so Steffin.
Die Erfolgsfaktoren bei der Implementierung seien Aufklärung und Sensibilisierung der Kundschaft. „Das war anfangs komisch. Es war nicht leicht, die Kunden zu bitten, ein, zwei Unterschriften zu leisten, für eine für uns normale Tätigkeit und bedurfte einiger Aufklärungsgespräche im HV“, erklärt Steffin. „Mit der Zeit taten sich einige Kollegen hervor, die viele pDL durchführten und durch die internen Challenges wurde bei einigen der Ehrgeiz geweckt, mehr pDL zu besprechen“, fügt sie hinzu.
„Aktuell haben wir einen ganz guten Lauf und geben teilweise ganz selbstverständlich nach der Beratung das Blatt zur Unterschrift dem Kunden über den Tresen. Viele Kunden unterschreiben gern, da sie zufrieden sind mit der Beratung“, so Steffin.
Standardisierte Risikoerfassung hoher Blutdruck
Erweiterte Einweisung in die korrekte Arzneimittelanwendung mit Üben der Inhalationstechnik
Erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation
Pharmazeutische Betreuung von Organtransplantierten
Pharmazeutische Betreuung bei oraler Antitumortherapie
In dieser Folge unserer Videoreihe geht es um Prozess-Optimierung: Wie lassen sich Bestellprozesse in Apotheken effizienter gestalten – wirtschaftlich, praxistauglich und softwaregestützt? Mit dieser Frage beschäftigt sich PKA Anja Löst.
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Transkripte der 5-teiligen Videoreihe
Teil 1 “Handelsspannenausgleich”
Teil 2 “Bestellprozesse”
Teil 3 "Bestellungen bündeln"
Teil 4 “Wirtschaftlich bestellen”
Teil 5 “Kommunikation am HV”

