Die Bundesapothekerkammer (BAK) hat erstmals eine Leitlinie zum kontinuierlichen Medikationsmanagement verabschiedet. Sie baut auf der Leitlinie zur Medikationsanalyse auf, die Teil der pharmazeutischen Dienstleistung „Erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation“ ist.
„Wir verfolgen mit dem Medikationsmanagement drei langfristige Ziele: erstens die bessere Einbindung der Patientinnen und Patienten, unter anderem um die Therapietreue langfristig zu fördern. Zweitens unterstützen wir die ärztlich verordnete Arzneimitteltherapie. Drittens minimieren wir arzneimittelbezogene Probleme fortlaufend und nachhaltig“, so BAK-Präsident Dr. Armin Hoffmann.
Das Medikationsmanagement setzt laut BAK den persönlichen Kontakt mit der Patientin oder dem Patienten voraus. Zur Leistung gehören die kontinuierliche Erfassung der gesamten Medikation einschließlich der Selbstmedikation und die Nachverfolgung von arzneimittelbezogenen Problemen. Apothekerliche Maßnahmen sollen dokumentiert und mit Einverständnis der betroffenen Person an die behandelnde Arztpraxis weitergegeben werden.
Aktuell können Apotheken die zuständige Arztpraxis zu arzneimittelbezogenen Problemen kontaktieren, aber keine Anmerkungen oder Lösungsvorschläge im Medikationsplan eintragen und diese so an Arztpraxen übermitteln. „Hier sehen wir Handlungsbedarf. Erst mit der flächendeckenden Einführung des elektronischen Medikationsplans wird dies möglich werden – aus unserer Sicht ein unerlässlicher Schritt. Uns ist wichtig, dass im elektronischen Medikationsplan bald die Möglichkeit geschaffen wird, apothekerliche Hinweise zu dokumentieren“, sagt Hoffmann.
Gleichzeitig versichert er, dass die Apotheken den Ärzten nichts wegnehmen wollten: Erfolgsfaktoren seien klar definierte Zuständigkeiten zwischen der Ärzteschaft und der Apothekerschaft. „Unsere Leitlinie zum Medikationsmanagement konzentriert sich auf die pharmazeutischen Aufgaben. Wir wollen weiterhin eng mit der Ärzteschaft zusammenarbeiten. Die Therapiehoheit ist und bleibt ärztliche Aufgabe – daran rüttelt unsere Leitlinie nicht.“
APOTHEKE ADHOC Debatte